Tesla präsentiert Elektro-Sattelschlepper Semi Truck

Tesla Semi (Bild: Tesla)

Tesla hat zuletzt ja bekanntlich eher Negativschlagzeilen etwa mit Produktionschwierigkeiten rund um den Mittelklassewagens Model 3 geschrieben. Wie man mit Problemen am besten umgeht, das hat Firmenchef am Donnerstag noch einmal eindrücklich demonstriert. Es gilt vor allem, bestehende Probleme mit großen Worten zu neuen Ideen und Konzepten zu übertönen. Weshalb Tesla gestern bei einer Aufsehen erregenden Präsentation neue Produkte vorstellte, unter anderem den Elektro-Sattelschlepper Tesla Semi.

Tesla Semi

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Tesla Semi (Bild: Tesla)

Ja, dass der Tesla Semi die Welt verändern wird, davon ist Elon Musk überzeugt. Der Laster ist schließlich weitaus mehr als nur ein Laster. Er könne sich schließlich in einen Roboter verwandeln und außerdem “Außerirdische bekämpfen” sowie einen “höllisch guten Milchkaffee machen”, schreibt der Unternehmer einen Tag vor der Präsentation des Fahrzeugs auf Twitter. Ohne Zweifel werde uns der Semi Truck “das Gehirn aus dem Schädel und in eine neue Dimension pusten.”

Und wie will Tesla das mit seinem Elektro-Lkw schaffen? Indem der Konzern zum Beispiel wesentlich auf Optik setzt und das Zukunftsauto wie ein Zukunftsauto aussehen lässt. Tatsächlich sieht der am Donnerstag im kalifornischen Hawthorne vorgestellte Tesla Semi aus, als hätten die Jungs von Daft Punk mit ihren spacigen Motorradhelmen an dem Fahrzeug herumdesignt. Die Frontpartie könnte mit ihren runden Formen und fließenden Linien genauso gut für eine Rennstrecke taugen oder für einen Flug direkt in die Zukunft. Von ausklappbaren Flügeln jedenfalls war bei der Präsentation gestern aber weder etwas zu sehen noch zu hören.

Dafür fiel die Frontscheibe umso deutlicher auf, die – auch hier muss das Stichwort “fließende Formen” bestimmend bei der Gestaltung gesehen sein – nahtlos in die Seitenfester übergehen. Über Sichtprobleme werden sich die Fahrer wohl kaum beklagen dürfen. Apropos Fahrer. Der sitzt im Tesla Semi nicht mehr links, sondern nimmt einen majestätischen Platz in der Mitte der Kabine ein. Vor sich hat er zwei Touch Screens, die das herkömmliche Armaturenbrett ersetzen.

Das steckt im Tesla Semi

Natürlich können potentielle Kunden des Tesla Semi nicht mit schickem Äußeren geködert werden. Worauf es Logistik-Unternehmen vor allem ankommt, ist die technische Qualität und die wirtschaftliche Effizienz des Transport-Fahrzeugs. Auch hier verspricht Tesla Höchstleistung. So schafft der Semi 60 Meilen pro Stunde (96 km/h) in nur fünf Sekunden, ganze zehn Sekunden weniger als ein Diesel-Truck. Vollbeladen erreicht der Laster die Geschwindigkeit in 15 Sekunden, ein Diesel-Lkw braucht dafür rund eine Minute. Der von der Batterie erzeugte Strom reicht für bis zu 800 Kilometer, selbst wenn der Container voll ist. Und: Das Aufladen der Batterie für bis zu 640 Kilometer dauert angeblich nur rund 30 Minuten. Bei einem Megacharger soll sich die Dauer wesentlich verkürzen.

Ob Tesla mit dem Semi Truck einen wirtschaftlichen Treffer landen wird, das steht noch in den Sternen. Die Realität sieht bei Tesla bekanntlich anders aus als die Zukunftsvisionen des Unternehmens und seines Chefs. Schließlich hat der Konzern weniger Einzigartigkeitscharakter, als dessen Macher uns das glauben machen wollen. Konkurrenten wie Daimler, Proterra, Volkswagen und Bosch haben nicht nur eigene Elektro-Lkw in petto, ihre Fahrzeuge können dem Semi Truck der Kalifornier auch technisch das Wasser reichen.

Bild: Tesla Semi (Tesla)

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  1. Als Verfasser wäre Neutralität angebracht, welche hier nicht ansatzweise gegeben ist. Diese Elektro LKWs von Daimler zB. reichen laut Verfasser Tesla technisch das Wasser, jedoch hat mir Google was anderes erzählt. Reichweite und Gewicht des Daimler E-LKWs kommen nicht annähernd an diese Zahlen. Wenn dann sachlich, oder jemanden anderen kompetenteren schreiben lassen.

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