Apple-Zulieferer Foxconn stoppt Überstunden für Schülerpraktikanten

Foxconn

Wie diese Woche bekannt wurde, hat das taiwanische Unternehmen Foxconn, das unter anderem Komponenten von Apple-Geräten fertigt, Schülerpraktikanten in einem seiner Werke in China Überstunden leisten lassen. Nun will Foxconn reagiert haben. Laut eigenen Angaben hat der Konzern illegale Überstunden für Schüler gestoppt.

In einem Interview mit der britischen Rundfunkanstalt BBC teilte die Foxconn Technology Group mit, dass das Unternehmen Maßnahmen ergriffen habe, um sicherzugehen, damit Praktikanten keine Überstunden mehr leisten sollen. Diese würden einen geringen Anteil der Gesamtarbeitsleistung des Unternehmens ausmachen. Der Bruch mit dem chinesischen Arbeitsgesetz sei nicht vereinbar mit der eigenen Firmenpolitik.

Das US-Wirtschaftsmagazin Financial Times hatte vor wenigen Tagen berichtet, dass Foxconn Schülerpraktikanten über die im chinesischen Recht vorgesehenen 40 Arbeitsstunden pro Woche arbeiten lässt. Das Blatt berief sich auf sechs Schüler im Alter zwischen 17 und 19 Jahren. Ihnen zufolge sollen sie täglich elf Stunden gearbeitet haben, um Apples neues iPhone X zu fertigen. Die Praktika seien ihnen von ihrer Schule aufgezwungen worden. Hätten sie sich geweigert, hätten sie damit ihren Schulabschluss riskiert. Insgesamt sollen im Foxconn-Werk in der Stadt Zhengzhou bis zu 3.000 Schüler tätig gewesen sein.

Auch Apple gab der BBC Auskunft zum Sachverhalt. Die Schüler einer Sekundarschule hätten freiwillig bei Foxconn gearbeitet. Sie hätten allerdings keine Überstunden leisten dürfen. Ihre Arbeit sei entsprechend kompensiert worden. “Apple engagiert sich dafür, dass jeder in unserer Lieferkette mit Würde und Respekt behandelt wird, die er verdient”, erklärt der kalifornische Konzern. Man unternehme alles, um einen positiven Einfluss auf die Mitarbeiter der Lieferkette auszuüben und diese zu schützen.

Große Nachfrage gleich unfaire Arbeitsbedingungen

Foxconn fertigt Komponenten für die Elektrogeräte mehrerer Hersteller. Neben Apple gehören unter anderem auch Samsung, Nokia, Microsoft und Acer zu den Großkunden des Konzerns. Zu Stoßzeiten, etwa beim Launch neuer Produkte oder während des Vorweihnachtsgeschäfts, muss der taiwanische Fertiger das Produktionsvolumen deutlich steigern. Um die Nachfrage zu kompensieren, setzt das Unternehmen auch auf Zeitarbeiter oder Schülerpraktikanten. Dabei bleiben unfaire Arbeitsbedingungen nicht aus, wie in den vergangenen Jahren immer wieder berichtet worden war.

Tags :Quellen:BBC

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising