Konflikt in Pakistan: Regierung sperrt Twitter, Facebook und Co.

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In Pakistan spitzt sich der Konflikt zwischen religiösen Hardlinern und der Regierung weiter zu. Im Zuge der gewaltsamen Auseinandersetzungen hat die Regierung nun soziale Medien wie Facebook, Twitter und YouTube gesperrt.

Dass die Pakistaner keinen Zugang mehr zu Twitter haben, das teilte der Betreiber gestern mit. “Uns ist bewusst, dass die pakistanische Regierung Maßnahmen ergriffen hat, um Twitter und andere soziale Medien zu blockieren”, heißt es seitens Twitter. Man beobachte die Situation und hoffe, dass der Dienst bald wieder funktionieren werde.

Auch andere soziale Netzwerke wie Facebook und der Videodienst YouTube sollen von der Sperre betroffen sein, heißt es in den Medienberichten. Ferner habe Ministerpräsident Shahid Khaqan Live-Berichterstattungen in Fernsehsendern gestoppt.

Aus dem Schwur sollte eine Erklärung werden

Der Konflikt zwischen den religiösen Kräften und der pakistanischen Regierung spitzt sich seit September zunehmend zu. Auslöser war eine von Justizminister Zahid Hamid initiierte Änderungen im Text des Eides, den pakistanische Politiker bei der Parlamentswahl unterschreiben müssen. Der ursprüngliche Text lautete “Ich schwöre feierlich, dass ich an die absolute und uneingeschränkte Prophetenschaft Mohammeds (Friede sei mit ihm) glaube (…)”. Die Änderung sah die Umwandlung des Schwurs in eine Erklärung vor: “Hiermit erkläre ich, dass ich an die absolute und uneingeschränkte Prophetenschaft Mohammeds glaube (…).”

Die religiösen Hardliner betrachteten das Vorhaben als Affront. Nicht nur sehen sie darin ein Zugeständnis an die umstrittene religiöse Minderheit Ahmadi. Der Vorfall ist für sie auch ein weiteres Anzeichen für eine zunehmend liberale Gesinnung der Regierung. Obwohl die versprach, die Änderung wieder rückgängig zu machen, blockierten am 8. November mehr als 1500 Mitglieder der Bewegung Tehreek Labaik Ya Rasool Allah mit einem Sitzstreit eine wichtige Zufahrtsstraße in Islamabad.

Am Samstag eskalierte schließlich der Konflikt. Polizei und Militär rückten an, um den Protest mit Wasserwerfern, Tränengas und Gummigeschossen gewaltsam aufzulösen. Die Demonstranten waren Steine und zündeten Autos an. Sechs Menschen kamen ums Leben, etwa 200 wurden verletzt. Inzwischen hat sich der Protest auf weitere Städte ausgeweitet, darunter auch die beiden Metropolen Karatschi und Lahore.

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