Obike hatte mit massiver Sicherheitslücke zu kämpfen

Bild: Screenshot via Obike

Der Leihrad-Anbieter Obike sorgt mal wieder für Kritik. Wie nun bekannt wurde, soll das Unternehmen von einer massiven Sicherheitslücke betroffen gewesen sein. Nutzerdaten weltweit waren unverschlüsselt im Internet einsehbar.

Wie der Bayerische Rundfunk herausgefunden hat, waren von dem weltweiten Datenleck Nutzerdaten wie Profilfoto, Handynummer und E-Mail-Adressen betroffen. Auch die Bewegungsdaten waren weder verschlüsselt noch anderweitig geschützt, heißt es. Vor allem die Handy-App des Anbieters soll von der Sicherheitslücke betroffen gewesen. Mit der Anwendung können Nutzer Fahrten teilen und Freunden Codes zuschicken, um diese zu Obike einzuladen. Auf diese Weise hätten sie laut BR den Zugriff auf ihre Daten ermöglicht, ohne es zu wissen. Wie viele Menschen von dem Problem betroffen waren, steht nicht fest.

Wie Spiegel Online unter Berufung auf den für Deutschland zuständigen oBike-Manager Marco Piu berichtet, habe das Unternehmen bereits vor der Anfrage des BR von der Sicherheitslücke erfahren. Die Nutzerdaten hätten rund eine Woche lang von Unbefugten abgerufen werden können. Am Montag dieser Woche habe man die Lücke gestopft. Laut Piu soll ein nicht vollständig geglückter Serverumzug von Singapur in die EU das Problem verursacht haben.

Nach Angaben des BR könnte der fahrlässige Umgang mit den Nutzerdaten für Obike rechtliche Folgen nach sich ziehen. Derzeit würden sich die Berliner Datenschutzbeauftragte mit dem Fall befassen. “Zur Vorbereitung eines Kontrollverfahrens prüft die Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit derzeit ihre Zuständigkeit für diesen Sachverhalt”, teilte die Behörde dem BR mit.

Obike in der Kritik

Die Sicherheitslücke ist nicht das erste Problem, mit dem Obike negativ aufgefallen ist. Kritiker werfen dem Leihrad-Anbieter auch vor, gegen das Transparenzgebot zu verstoßen. So ist beim Downloaden der App nicht ersichtlich, welche Nutzerdaten das Unternehmen erfasst und wofür sie verwendet werden. In Deutschland sorgt das in Singapur ansässige, hierzulande von Berlin aus operierende Unternehmen auch mit seiner ungezügelten Expansionspolitik für Unmut. Vor allem in München reagierten vielen Anwohner vor wenigen Monaten verärgert über die überall in der Stadt verteilten Fahrräder.

Neben Berlin und München ist Obike hierzulande auch in Frankfurt und Hannover tätig. Das Unternehmen plant, sein Angebot demnächst auch auf kleinere Kommunen auszuweiten. Weltweit wurde die App bereits mehr als eine Million Mal heruntergeladen.

Bild: Screenshot via Obike

Tags :Quellen:BR Spiegel Online

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising