Ehepaar klagt: Daimler mietet ihren Tesla und demoliert ihn

Model X

Daimler war mal wieder sehr daran interessiert, wie die Konkurrenz technisch aufgestellt ist. Diesmal wollte der deutsche Automobilkonzern die Fahrzeuge des Elektroauto-Bauer Tesla unter die Lupe nehmen. Dafür lieh er sich von einem Ehepaar aus Bayern einen Model X, testete das Fahrzeug ausgiebig, baute es auseinander, dann wieder zusammen  und gab es anschließend schwer beschädigt wieder zurück.

Der Spiegel hat gestern zuerst über den Fall von Manfred van Rinsum und Monika Kindlein berichtet. Das Ehepaar aus dem bayerischen Oettingen betreibt ein kleines Unternehmen, über das es Tesla-Autos als Nebenerwerb vermietet. Insgesamt drei Fahrzeuge des US-Aurobauers besitzt das Unternehmen, darunter auch den 200.000 Euro teuren Tesla X.

Dieses Modell hatte das Paar nach eigener Auskunft im Sommer dieses Jahres an Daimler verliehen. Als Vermittler trat der Autovermieter Sixt auf, der die Vermieter kontaktierte und ihr Tesla-Auto an Daimler weitergab.

Was Daimler dann mit dem Model X anstellte, war laut Mietvertrag mit Sixt eigentlich verboten. Der Automobilkonzern nutzte das Elektrofahrzeug offenbar auf einer Teststrecke in der Nähe von Barcelona, um seine Belastbarkeit bei hohen Temperaturen zu testen. Zudem habe man es auf der Teststrecke des Mercedes-Werkes in Sindelfingen eingesetzt. Dort habe man es unter anderem über Rüttelstrecken und Steigungshügel fahren lassen. All das hätten die Vermieter aus den Positionsdaten des Fahrzeugs ablesen können.

Wie aus dem Spiegel-Bericht weiter hervorgeht, soll Daimler das Model X zudem auseinandergeschraubt und wieder zusammengebaut haben. All diese Maßnahmen blieben nicht ohne Folgen für das Fahrzeug. Als der Konzern das Elektroauto den Eigentümern nach Ablauf der Mietfrist wieder kommentarlos zurückgab, stellten diese diverse Schäden daran fest. Das Fahrzeug war versehen mit Schrammen und Dellen. Die Heckklappe war verzogen, einige Verkleidungsteile waren abgerissen, andere mit Klebeband wieder befestigt worden.

Kampf gegen Windmühlen

Ein Gutachter habe den Schaden auf mehr als 15.000 Euro geschätzt, berichten die Vermieter. Außerdem würde der Wertverlust hinzukommen. Weil Daimler mit seinem Vorgehen zudem gegen den Mietvertrag verstoßen hat, verlangen die Vermieter von dem Mieter (Daimler) und Zwischenhändler (Sixt) zusätzlich eine Vertragsstrafe. Insgesamt fordern sie eine Entschädigungssume in Höhe von 99.000 Euro. Sixt habe lediglich die Reparaturkosten erstattet. Daimler soll bis jetzt keinen Cent gezahlt haben. Was wohl auch so bleiben wird. Denn für ihr Recht müssten Manfred van Rinsum und Monika Kindlein den Autokonzern verklagen. Doch sie glauben, gegen die Rechtsabteilung Daimlers keine Chance zu haben und am Ende auf noch mehr Kosten sitzenzubleiben.

Bild: Model X (Tesla)

Tags :Quellen:Spiegel

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