Need for Speed – Payback (PS4) im Test: Rache wird am besten schnell serviert

Need for Speed™ Payback

Warum heißt der Neuste Teil der Need for Speed-Reihe Payback? Steht Payback für Vergeltung oder den Wunsch nach einer Kaufpreisrückerstattung für das Spiel? Ob das neue Need for Speed unseren Erwartungen entspricht erfahrt ihr in unserem Test.

Need for Speed Payback (PS4)

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Need for Speed - Payback (Bild: Ubergizmo)

PRO

CON

(Bild: Übergizmo)Grafisch hübsche Spielwelt (Bild: Übergizmo)Demotivierendes Speed-Card-System (Loot Boxen)
(Bild: Übergizmo)Gelungenes Arcade-Gameplay (Bild: Übergizmo)Action basiert überwiegend auf gescripteten Events
(Bild: Übergizmo)Realistische und umfangreiche Auto-Auswahl (Bild: Übergizmo)Leblose Spielwelt (keine Polizei & kaum NPCs)
(Bild: Übergizmo)Motivierende Derelict-Sammlung historischer Wägen (Bild: Übergizmo)Deutsche und englische Synchro mit Fremdschämcharakter
  (Bild: Übergizmo)08/15 Story mit flachen Charakteren

Spielwelt

Die offene Spielwelt namens Fortune Valley ist abwechslungsreich, ausreichend groß und grafisch ansprechend umgesetzt. Unsere Rennen führen uns durch eine Stadt voller Hochhäuser, kleinere Vororte, bergige Serpentinenabschnitte und staubige Wüstenabschnitte – allesamt mit ihren Genretypischen Radarfallen und Sprungschanzen bei denen man seine eigenen Rekorde aufstellen kann.

Den grundsätzlich sehr guten Gesamteindruck den die Spielwelt vermittelt mindern jedoch andere Faktoren. Obwohl Need for Speed Payback eine offene Welt verspricht ist sie andererseits sehr strikt begrenzt. Traurigerweise sind relativ große Gebiete im Inneren der offenen Welt nur scheinbar teil der befahrbaren Karte. Entweder steht uns eine Buschwand, ein unzerstörbarer Zaun oder eine unzerstörbare Leitplanke im Weg die eine unnatürlich wirkende Begrenzung darstellen. Das wirkt vor allem unrealistisch, wenn man bedenkt, dass es unzählige zerstörbare Objekte in der Spielwelt gibt die optisch teilweise einen erheblich stabileren Eindruck machen.

Lonely Driver

Ein weiterer Makel ist das die Welt erschreckend ereignis- und leblos ist. Bis auf ein paar dünn gesähte KI-Racer die man beim Aufeinandertreffen herausfordern kann gibt es nur noch unrealistisch wenige normale Verkehrsteilnehmer. Auf NPCs die zu Fuß unterwegs sind trifft man sogar gar nicht. Das mag für die Wüstenarreale ok sein, in der großen Stadt voller Hochhäuser wirkt das jedoch zu trist.

Und obwohl das Hauptthema illegale Straßenrennen sind tritt die Polizei niemals auf den Plan. Diese kommt leider ausnahmslos in den Storymissionen zum Einsatz.

Story? Dünn und nicht wirklich fesselnd…

Die Charaktereigenschaften sind schnell zusammengefasst (Bild: Ubergizmo)

Die Charaktereigenschaften sind schnell zusammengefasst (Bild: Ubergizmo)

Die Story an sich ist auch spoilerfrei sehr schnell umrissen: 3 beziehungsweise 4 (inklusive Mechaniker) Freunde, die die Leidenschaft für illegale Straßenrennen vereint, wollen eine große verbrecherische Organisation zu Fall bringen. Payback-Time! Die Hauptstory wird dabei von kinoreif Blockbustermissionen actionreich inszeniert.

Blockbustermissionen werden kinoreif erzählt (Bild: Ubergizmo)

Blockbustermissionen werden kinoreif erzählt (Bild: Ubergizmo)

Ärgerlich dabei ist, dass die Zwischenmissionen die absolviert werden müssen bevor man mit der Hauptstory fortfahren kann.

Noch ärgerlicher ist, dass man zum Abschließen der Story sämtliche Events nicht nur fahren sondern auch gewinnen muss. Und da jedes Fahrzeug nur für einen der 6 Rennarten genutzt werden kann muss der Spieler zumindest ein Auto pro Race-Art bis zum Maximum upgraden, was zu einem riesigen Zeitfresser mutiert und zusätzlich demotiviert, wenn es um eine Rennart wie beispielsweise dem Dragrace geht, die nicht sonderlich spannend ist.

Abwechslungsreicher Fuhrpark

Jedes Auto kann jeder Klasse angehören - Hier ein alter Ford Roadster als Drift-Car (Bild: Ubergizmo)

Jedes Auto kann jeder Klasse angehören – Hier ein alter Ford Roadster als Drift-Car (Bild: Ubergizmo)

Mit rund 80 Autos die zur Auswahl stehen die von Mittelklasse bis zum hochpreisigen Segment reichen hat EA eine gute Auswahl getroffen, auch wenn der Fahrzeugpool mit vielen anderen aktuellen Rennspielen nicht mithalten kann. Jedes Auto muss bei einem Händler gekauft werden, der sich auf eine Fahrzeugart spezialisiert hat. Dafür kann jedes Fahrzeug sowohl für Offroad-, Racer-, Runner-, Drift- oder Drag-Races gekauft werden. Der Nachteil ist jedoch, dass Need for Speed nicht erlaubt ein Fahrzeug dass ursprünglich für eine Rennvariante gekauft wurde für einen anderen Renntyp zu verwenden.

Neben den Wägen die der Spieler käuflich erwerben kann gibt es auch noch sogenannte „Derelicts“. Diese legendären Autos können in 5 Einzelteilen die auf der Minimap verstreut sind eingesammelt werden. Die Schatzkarte dazu bekommt man als Belohnung für jeden Sieg über einen Zwischenboss. Spannend wird die Suche nach den Derelict-Teilen vor allem, da sie für gewöhnlich an schwer erreichbaren Orten liegen und man häufig die richtige Schanze finden muss mit der man das erhöhte Gebiet erreichen kann auf dem die Teile darauf warten von uns eingesammelt zu werden.

Tuning weit unter den Möglichkeiten

Alles in Allem wäre Need for Speed ein gutes Mittelklassespiel im Racing-Genre, wenn das Tuningsystem Need for Speed-typische Stärken ausspielen würde. Im Bereich des optischen Tunings gibt es auch kaum was zu meckern: Das individualisieren der Karossen macht Laune und lässt gefühlt keine Wünsche offen.

Nichts vernichtet bei Payback den Spielspaß jedoch so sehr wie das völlig verhuntzte Tuningsystem! Das positive vorab: Das Tuning hat spürbare Auswirkungen auf das Fahrverhalten der Autos. Berücksichtigt man jedoch die zugrundeliegende Tuninglogik würde es einem fast besser gefallen, dass die Maßnahmen kaum Auswirkungen hätten. Anstatt wie in früheren Teilen der Serie in Rennen Geld zu verdienen mit dem man sich gezielt Tuningteile kaufen kann die die Parameter verbessern auf die man sich konzentrieren kann bekommt man jetzt nach jedem Sieg eine komplett zufällige „Speed Cards“.

Diese „Speed Cards“ gehören immer zu einer der 6 Klassen (Motorblock, ECU, Gearbox, Turbo,…). Diese Karten pushen aber komplett zufällige Werte. So kann man beispielsweise einen Turbolader bekommen, der die Bremskraft verstärkt oder einen neuen Auspuff, der die Sprungkraft verbessert. Dadurch geht zumindest für jeden der ein rudimentäres Verständnis davon hat wie ein Auto funktioniert einiges an Spielgefühl flöten und es fehlt die Motivation sich ein Auto nach den eigenen Wünschen zusammenzustellen, da man kaum Einfluss darauf hat in welche Richtung sich das Auto entwickeln wird. Und obwohl man diese Karten jederzeit sammeln und wechseln oder auch gegen in-Game-Währung verkauft werden kann, können diese nur für das Auto verwendet werden mit dem die Karten verdient worden sind. Für alle anderen Autos in der Garage können sie leider nicht genutzt werden.

Zeit ist Geld

Reales Geld für virtuelles Tuning (Bild: Ubergizmo)

Reales Geld für virtuelles Tuning (Bild: Ubergizmo)

Die schnell zum Hassobjekt mutierenden Speed Cards können zwar auch im In-Game-Shop gekauft werden, jedoch ist die Auswahl auch dort komplett zufallsbasierend.
Die logische Folge: Wer seinen Boliden zum absoluten Leistungsmonster ausbauen will muss also einiges an realem Geld in virtuelle EA-Lootboxen stecken. Wer nicht Geld ausgeben will dem bleibt nur Grinden bis der Spielspaß vergeht. Denn bereits absolvierte Rennen wieder und wieder zu fahren um Speed Cards zu sammeln ist nicht wirklich motivierend. Und ohne das passende Tuning werden die Storymissionen deutlich zu schwer, auch für die Veteranen unter den Rennspiel-Fahrern.

(Bild: Übergizmo)

Fazit zu Need for Speed – Payback

Mit Need for Speed: Payback hat EA einen sehr hübschen Ableger seiner Street-Racer-Serie veröffentlicht, dem jedoch leider der Tiefgang abhanden ging und der sich schwer tut im Vergleich mit anderen aktuellen Renntiteln mitzuhalten.

Das Spiel ist erhältlich für Xbox One, PlayStation 4 sowie auf Origin für PC

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  1. Kleine Anmerkung: Die Rückgabe eines gekauften Produktes und Rückerstattung des Kaufpreises heißt im Englischen refund und nicht payback.

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