Das Business-Smartphone 2017: Huawei Mate10 Pro im Test

Huawei Mate10 pro im Test

Auch dieses Jahr hat Huawei sein Produktportfolio im Phablet-Bereich mit dem Mate10 erweitert und die Huawei Mate-Reihe nicht nur um eine Versionsnummer und Spec-Updates, sondern um einige sehr positive Neuerungen erweitert. Gleich vorab: der Kopfhörerausgang musste dran glauben, die neuen Features machen das aber mehr als wieder wett und Business-ready.

Huawei Mate10 Pro Test

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Huawei Mate10 Pro
(Bild: Übergizmo / Jake Pietras)

 PRO

 CON

 (Bild: Übergizmo)18:9-Bildverhältnis beim randarmen Display  (Bild: Übergizmo)Wens stört: Kein Kopfhörerausgang
 (Bild: Übergizmo)Ausgezeichnete Verarbeitung und schönes Design  Kein Wireless Charging(Bild: Übergizmo)
 (Bild: Übergizmo)Device kann an Monitor wie ein PC benutzt werden  
 (Bild: Übergizmo)Nette KI-Features für die sehr gute Kamera  
 (Bild: Übergizmo)Android 8 (Oreo) von Werk aus  

Alle wichtigen Daten im Überblick

Seit dem 17. November ist das Huawei Mate10 Pro in Deutschland zu haben und wer noch Mal einen Überblick bekommen möchte, sollte sich hier den exzellenten Ersteindruck von Daniil ansehen, der das Device beim Launch-Event in München in seine versierten Finger bekommen hat.

Die Specs dürften demzufolge bekannt sein und haben sich seit dem Launch natürlich nicht verändert. Hier alle wichtigen Daten nochmal kurz zusammengefasst:

Display 6 Zoll großes OLED Display im Verhältnis 18:9 mit einer Auflösung von 2160 x 1080 Pixeln
Prozessor (SoC) Kirin 970 (Octa Core mit 4x 2,36 Gigahertz und 4 x 1,8 Gigahertz
Arbeitsspeicher 6 Gigabyte
Interner Speicher 128 Gigabyte
Hauptkamera Leica Dual-Cam mit 20/12 Megapixel (f/1.6)
Frontkamera 8 Megapixel (f/2.0)
Akku 4000 mAh
Betriebssystem Android Oreo 8.0 mit EMUI 8.0
Anschlüsse USB-C
Größe 74,5mm x 154,2mm x 7,9mm
Gewicht 178 Gramm (ohne beiliegende Hülle)
IP-Zertifizierung IP67 (Schutz gegen Staub und Wasser)
Zubehör
  • Kopfhörer (USB-C)
  • Adapter von USB-C auf Klinkenstecker
  • Ladestecker und USB-C-Kabel
  • Transparente Silikon-Schutzhülle
  • SIM-Tool und Handbuch

Riesen-Display ohne Riesen-Ränder

Wie bereits in unserem Hands-On erwähnt fällt das Huawei Mate10 Pro beim ersten Angrabbeln durch eine angenehm hohe Display-To-Body-Ratio auf. Die macht den sechs Zoll großen Bildschirm des Flaggschiff-Phablets jetzt zwar noch nicht randlos, lässt aber tatsächlich nur noch wenig Platz für Kamera und Sensoren oben und das Huawei-Logo unten. Die Zeiten von riesiger “Stirn” und “Kinn” scheinen bei den hochpreisigen Modellen endgültig der Vergangenheit anzugehören.

(Bild: Übergizmo / Jake Pietras)

Wenig Rand, viel Display: Das Huawei Mate10 Pro (Bild: Übergizmo / Jake Pietras)

Der Fingerabdruck-Sensor musste entsprechend baubedingt auf die Rückseite weichen, reiht sich unter den beiden Dual-Cam-Linsen ein und ist auch mit normal großen Händen gut erreichbar. Trotz Preispunkt im hohen Preissegment ist das Display jetzt nicht mit dem eines Samsung S8/S8+/Note oder eines iPhone X zu vergleichen, macht aber trotz Auflösung in “lediglich” FHD+ (2160 x 1080 Pixel), OLED und HDR10 einen sehr guten Job.

Die intelligente Kamera des Huawei Mate10 Pro

Eins der Highlights ist natürlich der Kirin 970-Prozessor, der auf der IFA 2017 seine Weltpremiere feierte und zum ersten Mal in der Mate10-Reihe Unterschlupf findet. Das Besondere an dem SoC ist die verbaute Neural Processing Unit (NPU), die einige KI-basierte Anwendungen wie Machine Learning und Landschafts- sowie Objekterkennung zum Fotografieren mitbringt.

(Bild: Übergizmo / Jake Pietras)

Der Trend geht zur Dual Cam (Bild: Übergizmo / Jake Pietras)

Um das technische Gequatsche etwas zu entzerren: Huawei hat auf dem Prozessor einfach eine Künstliche Intelligenz verbaut, die so clever ist, dass sie erkennt, was ihr gerade fotografieren wollt. Sie stellt dann alle Kameraparameter automatisch so ein, dass eure Bilder nachher astrein aussehen. Essen erkennt der Chip in den meisten Fällen oder auch, wenn in der Natur seid, um das grün dann besser aussehen zu lassen. Wenn das Mate10 Pro etwas erkennt, zeigt es euch das mit einem Symbol in der Kamera-App an. (Galerie: unbearbeitete Originalbilder)

Dank der großen Blende von f/1.6 und dem optischen Bildstabilisator (OIS) brauchen wir über die Bildqualität nicht weiter reden. Die Fotos sind qualitativ auch bei schwachem Licht in der Oberklasse anzusiedeln, ohne jedoch an die üblichen Verdächtigen iPhone, Samsungs Flaggschiffe oder das LG V20 heranzureichen. Aber das ist jetzt Meckern auf höchstem Niveau.

Die Objekterkennung funktioniert natürlich noch nicht hundertprozentig, aber dank Machine Learning wird sich das in Zukunft dank Updates ändern. Ähnlich wie bei den Kameras von Apples und Googles Smartphones eben. Und wo wir schon Mal bei außergewöhnlichen Features sind: Das Mate10 Pro bringt eine Funktion mit, die wohl eher eine Nische trifft, aber meiner Ansicht nach die Zukunft von Desktop-PCs sein könnte.

Das Smartphone wird zum Desktop-PC

Das Prinzip gab es bereits bei den höchstgradig *hust* verbreiteten Windows-Phones und zuletzt beim Samsung S8/S8+ zu sehen. Ihr klemmt das Mate10 Pro mit einem Kabel an euren Monitor, verbindet eine Bluetooth-Tastatur und -Maus mit dem Smartphone und habt eine mehr oder weniger vollwertige Desktop-Umgebung und somit Zugriff auf alle Daten des Devices.

(Bild: Übergizmo / Jake Pietras)

Per USB-C könnt ihr das Smartphone mit einem Monitor verbinden (Bild: Übergizmo / Jake Pietras)

Bevor mir hier gleich die Kommentare aus dem Ruder laufen: Ja, es ist natürlich kein Windows, macOS oder Linux, was ihr da bekommt und die Vielfalt der Anwendungen ist auch noch beschränkt. Zum Schneiden von 4K-Videos, Zocken von Doom oder der Berechnung der Weltformel reicht es natürlich leistungstechnisch noch nicht. Alles andere funktioniert aber dagegen überraschend reibungslos und flüssig.

Surfen im Internet, YouTube-Videos, das Ausfüllen von 1000 Zeilen langen Excel-Spreadsheets und was man alles so in seiner Freizeit macht, gehen auf dem Mate10 Pro wunderbar. Scherz beiseite, aber ihr merkt schon, dass sich dieses Feature eher an Geschäftsleute richtet. Vielleicht findet der eine oder andere von euch ja auch Gefallen daran, ich persönlich konnte damit gut arbeiten und die Umstellungshürde war jetzt nicht sonderlich hoch.

(Bild: Übergizmo / Jake Pietras)

Überraschung: Es ist natürlich Zubehör in der Schachtel (Bild: Übergizmo / Jake Pietras)

Der Convenience-Faktor, seinen PC tatsächlich immer dabei zu haben, ist aber tatsächlich unschlagbar, wenn natürlich auch erst in der Anfangsphase. Und im Gegensatz zu Samsung braucht ihr nicht noch zusätzlich eine Docking-Station, was die ganze Lösung natürlich noch eine Spur mobiler macht.

Fazit

(Bild: Übergizmo)

Wir sind in diesem Kurztest bewusst nur auf die Highlights des Huawei Mate10 Pro eingegangen, denn ansonsten könnt ihr wie jedes Jahr ein exzellentes Gerät im Phablet-Faktor vom chinesischen Hersteller erwarten. Wer eine Alternative zum ebenfalls großen Galaxy Note 8 sucht, wird mit dem randarmen Smartphone von Huawei einen sehr gute Alternative finden, die über eine wirklich gute Kamera verfügt und zudem noch ein bisschen billiger ist, als die Konkurrenz aus Südkorea.

Für Business-Nutzer ist das Device eine absolute Empfehlung und deshalb Übergizmos Business-Smartphone 2017. Die Möglichkeit das Device als PC zu nutzen, den Bildschirm zu teilen um zwei Apps gleichzeitig zu nutzen macht es für Geschäftsleute zum idealen Arbeitswerkzeug. Und dank Zero-Touch können Admins das Device remote über die Cloud einrichten, statt jedes Gerät einzeln anzufingern.

Lediglich das Fehlen von Wireless Charging, “nur” FHD+ beim Display (und für einige der fehlende Kopfhörerausgang) ist für uns ein Grund für einen Abzug in der B-Note. Das ist aber bei Weitem noch kein Grund, das Mate10 Pro nicht zu einem der besten Smartphones des Jahres zu küren. Das Device ist in den Farben Titanium Grey, Midnight Blue und dem hier im Test vorgestellten Mocha Brown (bei Vodafone) zu haben und kostet momentan 799 Euro.

Tags :Bildquelle :Übergizmo / Jake Pietras

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