„Star Wars 8: Die letzten Jedi“ – Was kann der neue Star Wars?

Star Wars 8: Die letzten Jedi Copyright The Walt Disney Company

„Star Wars 8: Die letzten Jedi“ ist gut, richtig gut. Er setzt auf Emotionen statt Pathos, auf eine gezielte Neuausrichtung statt stumpfe Fanbefriedigung. Doch nicht alles reißt zu Begeisterungsstürmen hin. Wir haben „Star Wars 8: Die letzten Jedi“ auseinandergenommen und verraten die wichtigsten Punkte, ohne zu viel zu verraten.

Wir lehnen uns aus dem Fenster: „Star Wars 8: Die letzten Jedi“ ist besser als „Star Wars – Das Erwachen der Macht“. Auch wenn man J.J. Abrams dankbar sein muss, dass er das Star-Wars-Franchise nach den katastrophalen Episoden I – III neues, altes Leben eingehaucht hat, so fühlte sich „Das Erwachen der Macht“ doch in vielen Punkte an wie eine gut gemachte Kopie der ersten Filme, wie reinstes Fan-Gold.

Nicht so „Die letzten Jedi“. Rian Johnson positioniert seine Interpretation als eigenständigen Teil, der wunderbar die Brücke vom Altbekannten ins längst überfällige Neue schlägt und dabei endlich wieder Menschen und ihre Emotionen in den Mittelpunkt stellt. Zwar liegt der Fokus nach wie vor auf den Figuren aus Episode IV – VI, allerdings verleiht Johnson ihnen neue, bisher unbekannte Seiten, die glaubhaft wirken und eine neue emotionale Tiefe mit sich bringen.

Die Charaktere in Star Wars waren nie Schwarz oder Weiß, Gut oder Böse. Doch in „Die letzten Jedi“ sind vielen von ihnen Schwarz und Weiß, Gut und Böse. Die innere Zerreißprobe, vor der gleich mehrere Charaktere stehen, ist förmlich zu spüren.

Star Wars 8: Die letzten Jedi Copyright The Walt Disney Company

Star Wars 8: Die letzten Jedi
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Lückenfüller

Nach dem starken ersten Drittel verliert „Star Wars 8: Die letzten Jedi“ deutlich an Fahrt und verfängt sich in austauschbarer Standard-Action-Kost, die weder einfallsreich ist, noch wirklich neues zeigt. Finde dies, rette das, zerstöre jenes. Das schlimmste: Sie bringt nicht einmal die Handlung voran, weil dann ganz urplötzlich doch alles ganz anders kommt. Zumindest eines kann jede Szene, nämlich hervorragend unterhalten.

Hier seht ihr den Trailer:

Kylo Ren

Adam Driver läuft als Kylo Ren zur Höchstform auf. Noch mehr als alle anderen Charaktere ist er geplagt von Selbstzweifeln, rebelliert gegen alles und jeden. Snoke wähnt ihn auf der Dunklen Seite, doch ganz so sicher sollte er sich nicht sein. Kylo Rens Gefühlswelt scheint auf gar keiner Seite zu sein. Rey (Daisy Ridley) und ihn verbindet eine magisches Band, was nicht nur ihn auf die Helle Seite zieht, sondern gleichzeitig Rey auf die dunkle. Dass diese Frage in Die letzten Jedi nicht abschließend beantwortet wird, ist offensichtlich, handelt es sich doch im den Sandwichteil der Trilogie.

Star Wars 8: Die letzten Jedi Copyright The Walt Disney Company

Star Wars 8: Die letzten Jedi
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Sidekicks

Star Wars ist berühmt für seine zuweilen knuffigen Sidekicks. Neben Legenden wie BB8, R2D2, C3PO und Chewie gibt es auch ein paar wenige unrühmliche Ausnahmen wie Jar Jar Binks. Soviel sei verraten: Einen Totalausfall wie Jar Jar Binks gib es in Die letzten Jedi nicht. Dennoch können nicht alle komplett überzeugen, vielleicht auch weil sich die Sidekicks in punkto Quantität hier selbst zu überbieten scheinen. Zuweilen fühlt man sich wie in einem Muppet-Film gefangen. Egal wohin Kamera und Auge schweifen, meist lauert ein knuffiges Alien in der Ecke. Eine spannende Frage wirft eine pelzige Hamsterpinguineule auf: Ist Chewie im aktuellen Star Wars wirklich zum Vegetarier geworden?

Star Wars 8: Die letzten Jedi Copyright The Walt Disney Company

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Han, wir vermissen dich

In einer schon seit jeher zutiefst zwiegespaltenen Welt war Han stets ein Anker, der die Zuschauer auf sympathische Art und Weise auf dem Boden der Normalität zurückholte, wenn Star War drohte ins zu Fantastische abzudriften. Star Wars spielt in einer hochtechnisierten Welt, in der Todessterne gebaut werden können, die ganze Planeten pulverisieren können. Dem steht der spirituelle Faktor gegenüber, der in Star Wars in Form der Macht schon immer sehr ausgeprägt war. Mit Hans Tod ist auch Stück weit der Bezug zur Wirklichkeit gestorben.

Star Wars 8: Die letzten Jedi Copyright The Walt Disney Company

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Frauenpower

Frauen, überall Frauen! Sicher, mit Prinzessin Leia war bereits in den ersten Filmen eine starke Frau auf der Leinwand zu sehen. Doch kämpfte sie recht alleine auf weiter Flur. Außer ihr hatten alle anderen Darstellerinnen in allen drei Teilen insgesamt nur 63 Sekunden Sprechzeit. In „Star Wars 7 – Das Erwachen der Macht“ war das anders und „Star Wars 8: Die letzten Jedi“ setzt dem ganzen noch die Krone auf. Gefühlt gibt es mehr weibliche als männliche Hauptrollen und nicht selten stehlen sie ihren Testosteron-durchsetzten Schauspielpartnern die Show.

Star Wars 8: Die letzten Jedi Copyright The Walt Disney Company

Star Wars 8: Die letzten Jedi
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RIP Carrie Fisher

Als Prinzessin Leia Darstellerin Carrie Fisher überraschend im Dezember 2016 starb, erschütterte das die gesamte Filmwelt. Disney sagte damals, dass man Fisher nicht mit Hilfe von CGI in „Star Wars 8: Die letzten Jedi“ auf die Leinwand zaubern wolle. Heißt das, Leia stirbt im aktuellen Teil? Das werden wir hier nicht verraten. Nur so viel: Leia bekommt ihre Auftritte und jede einzelne Szene ist hochemotional und wird keine Star-Wars- und Prinzessin-Leia-Fans kalt lassen. Sie ist genau die starke Anführerin, die wir kennen und lieben gelernt haben. Gänsehaut vorprogrammiert!

Star Wars 8: Die letzten Jedi Copyright The Walt Disney Company

Star Wars 8: Die letzten Jedi
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Ein kleines Easteregg haben die Star-Wars-Macher dabei Fisher gewidmet. In einer Szene trägt ein Statist im Hintergrund ihren als Alien verkleideten Hund auf dem Arm. Auch im Abspann wird ihr gedacht. Dort zu lesen: „In liebevoller Erinnerung an unsere Prinzessin, Carrie Fisher.“

Fazit

„Star Wars 8: Die letzten Jedi“ ist ein würdiger Teil der Serie. Er lässt sich an den richtigen Stellen Zeit, schneidet alte Zöpfe ab, ohne Fans vor den Kopf zu stoßen und unterhält zu jeder Minute. Zwar ist der Mittelteil etwas schwächer und die knuffigen Sidekicks nerven zuweilen. Trotzdem verliert er nie sein Ziel aus den Augen und hat den Weg geebnet für ein hoffentlich fulminantes Finale der Trilogie.

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