Spotify soll milliardenhohe Entschädigung an US-Musikverlag zahlen

Spotify Party (Screenshot)

Spotify muss sich einer weiteren Klage erwehren. Der US-amerikanische Musikverlag Wixen Music Publishing wirft dem schwedischen Musikstreaming-Dienst Urheberrechtsverletzung vor. Der Konzern fordert eine Entschädigung in Milliardenhöhe.

Wixen Music hält die Rechte zu den Inhalten von Musikern wie Neil Young, The Doors, Tom Petty, Stevie Nicks und Santana – alles Künstler, deren Werk Spotify auf seinem Portal zur Verfügung stellt, ohne an den Musikverlag Lizenzgebühren abzuführen. “Während Spotify ein Milliardenunternehmen geworden ist, haben Songschreiber und ihre Verlage wie Wixen nicht fair und rechtmäßig vom Erfolg von Spotify profitiert”, heißt es in der vergangene Woche bei einem Bundesgericht in Los Angeles eingereichten Klageschrift. “In vielen Fällen hat Spotify ihre Musik ohne Lizenz und ohne Vergütung benutzt.”

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zählt Wixen Music in der Klageschrift fast 11. 000 Lieder auf, die der Streaming-Dienst unrechtmäßig auf seiner Plattform angeboten haben soll. Für jeden Song verlangt das Unternehmen eine Entschädigung in Höhe von 150.000 US-Dollar. Insgesamt geht es also um mindestens 1,6 Milliarden Dollar.

Die zwei Seiten der Erfolgsmedaille

Spotify ist derzeit der erfolgreichste Musikstreaming-Dienst der Welt. Mitte letzten Jahres hatte der schwedische Konzern bekanntgegeben, die Hürde von 60 Millionen zahlender Kunden geknackt zu haben. Womit er Konkurrenten wie Apple Music, Amazon Music und Deezer deutlich abgehängt hat. Die Zahl der gesamten Nutzer, inklusive der nicht angemeldeten, lag im Juni 2016 noch bei 140 Millionen. Derzeit wird das Unternehmen mit 19 Milliarden Dollar bewertet. Dieses Jahr plant es den Börsengang.

Die Kehrseite der Erfolgsmedaille von Spotify ist indes der mutmaßlich unfaire Umgang mit den Produzenten von Musikinhalten. Immer wieder beschweren sich Künstler und Musikverlage, dass der Musikstreaming-Dienst sie nicht angemessen entlohne. Derzeit befindet sich der Konzern einem Prozess mit mehreren Musikern, die gegen ihn eine Sammelklage eingereicht hatten. Für die Entschädigung der Autoren hat Spotify laut Medienberichten im Mai letzten Jahres einen Fonds in Höhe von rund 43, 4 Millionen Dollar eingerichtet. Wixen hält diese Summe für unzureichend.

Tags :Quellen:Bloomberg

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