Nach den Protesten: Iran hebt Sperrung des sozialen Netzwerks Telegram auf

Bild: Screenshot via Telegram

Die iranische Regierung hat die Messaging-App Telegram wieder freigegeben. Der Dienst war zuvor von der Justiz des Landes gesperrt worden, weil er von regimekritischen Kräften genutzt worden war.

Wie die iranische Nachrichtenagentur ISNA (Iranian Students’ News Agency) berichtet, hat die Regierung die Sperrung am gestrigen Samstag wieder aufgehoben. Die Einschränkungen seien gänzlich aufgehoben. “Die Information über das Ende der Filterung von Telegram ist korrekt”, zitiert die Agentur in dem Zusammenhang einen Sprecher des iranischen Kommunikationsministeriums.

Telegram ist die beliebteste Messaging-App im Iran. Schätzungen zufolge hat der Dienst dort mehr als 40 Millionen Nutzer, denen die Betreiber eine Verschlüsselung von Nachrichten, Videos und Fotos garantieren. Weshalb er auch gerne von Reformkräften genutzt wird, die auf der Plattform ihren Unmut gegen die Regierung äußern und mehr Demokratie einfordern.

Demonstration für mehr Demokratie

Auch im Zusammenhang der landesweiten Proteste zum Jahresende war das soziale Netzwerk von den Demosntranten benutzt worden. Die iranische Regierung sprach von “Konterrevolutionen”, die über soziale Netzwerke zu Gewalt aufrufen würden. Neben Telegram war auch Facebooks Bilderdienst Instagram zeitweise gesperrt worden.

Im Iran war es Ende Dezember bis Anfang Januar zu landesweiten Protesten gekommen. Die Regimegegner demonstrierten unter anderem gegen steigende Lebenskosten, die hohe Arbeitslosigkeit, Korruption und für mehr Demokratie. Bei den fünf Tage dauernden Unruhen kamen 21 Menschen ums Leben, mindestens 250 wurden verhaftet.

Bild: Screenshot via Telegram

Tags :Quellen:ISNA

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