Mit dieser Maßnahme verärgert YouTube seine Partner

YouTube (Bild: YouTube via mockDrop & Mocup)

YouTube hat am vergangenen Dienstag eine Änderung für die Teilnahmebedingungen am YPP bekannt gegeben. YPP steht kurz für YouTube-Partnerprogramm und ist das vor rund fünf Jahren eingeführte System, mit dem das YouTuber mit ihren Videos über die Plattform Geld verdienen können. Die Änderung wird am 20. Februar in Kraft treten und vor allem für kleine YouTuber das Aus bedeuten.

Die Änderungen:

In Zukunft werden nur noch YouTuber am YPP teilnehmen können, wenn ihr Kanal im letzten Jahr mindestens 4.000 Stunden angesehenes Videomaterial hatte. Hat ein Kanal also ein Video mit der Länge von einer Stunde, muss dieses in 2017 4.000 Mal komplett angesehen worden sind. Außerdem gibt es eine zweite Bedingung und die wird vielen YouTubern das Genick brechen: Ein Kanal muss mindestens 1.000 Abonnenten haben, um am YPP teilnehmen zu können. Diese Regelung ersetzt eine im April 2017 eingeführte Beschränkung, nach der ein YouTube-Kanal nur 10.000 Klicks haben musst, um vom YPP profitieren zu können.

Die Konsequenzen:

Viele tausend Kanäle, die bisher über das YPP Geld verdienen konnten, werden damit aus dem Programm fallen und für ihre Videos keinen Cent sehen. Wer einmal ein tolles Video landet, aber dann keine Abonnenten gewinnen kann, wird nichts verdienen. YouTube dagegen schon. Auch viele Spartenkanäle mit einer kleinen Gefolgschaft aber vielen Videos und vielen Klicks werden in die Röhre sehen. YouTube zufolge verdienen zwar 99 Prozent der YouTuber, die nun aus dem YPP fallen, eh nur weniger als 100 US-Dollar im Jahr. Trotzdem ist nun eine riesige Hürde eingezogen worden, die es neuen YouTubern viel schwieriger macht, von ihren Videos leben zu können. Und das restliche 1 Prozent wird immer noch aus tausenden Kanälen bestehen.

Wer profitiert:

Zum einen die großen YouTuber. Deren Topf, aus dem sie ihr Geld bekommen, wird nun etwas größer. Vor allem aber YouTube. Denn das Unternehmen hat nun viele tausend YouTuber, die umsonst arbeiten, aber für die Plattform Klicks generieren und gleichzeitig auch das Themen-Testing übernehmen. Das ganze Risiko liegt also beim Betreiber eines Kanals. Dieser muss in die Vorproduktion eines Videos gehen und nach monatelanger Arbeit, von der YouTube bereits profitiert, hoffen, dass er die Schwelle für das YPP überschreitet und diese dann nicht weiter angehoben wird.

Warum macht YouTube das?

Schuld sind die Werbepartner YouTubes. Diese möchten gerne vermeiden, dass ihre Werbung auch bei Videos mit obskuren oder schädlichen Videos auftaucht. Illegale Videos löscht YouTube in der Regel sehr zügig. Es kommt aber öfter vor, dass beispielsweise Werbung für den Amazon Echo bei einem Video vorgeschaltet wird, das den Echo komplett verarscht und zerlegt. Da dies aber meist kleinere Kanäle sind, fallen die nun aus dem YPP heraus und die Werbetriebenden werden nicht mehr mit deren Videos assoziiert. Und gleichzeitig ist es für YouTube nun einfacher zu kontrollieren, welche Werbevideos auf welchen Kanälen laufen, weil sich deren Zahl nun drastisch verringert hat.

Was bringt die Zukunft?

In Zukunft werden wir wohl wahnsinnig viele Aufrufe zum Abonnieren von Kanälen bekommen. Speziell die nächsten Tage dürften schlimm werden, denn YouTube erlaubt Kanälen, die die Bedingungen noch nicht ganz erfüllt haben, in den nächsten 30 Tagen die Quote noch zu schaffen. Außerdem wird es wohl bald Kooperationen zwischen Kanälen geben: Kleinere Kanäle verkaufen die Nutzung eines Videos dann an größere Kanäle. Damit können sie ein wenig Geld verdienen und erhalten wahrscheinlich auch eine Referenz auf den eigenen Kanal in der Hoffnung damit Abonnenten generieren zu können.

Tags :Quellen:YouTube

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