CES 2018: Smart Blinken auf dem Fahrrad mit Cosmo Bike

(Quelle: Cosmo Connected)

Seien wir ehrlich: Fahrradfahrer leben in Großstädten nicht nur gefährlich, sie fahren auch manchmal wie die gesengten Säue (anwesende Autoren eingeschlossen). Um beide Umstände etwas einzudämmen, hat der französische Hersteller Cosmo Connected nun das Brems- und Blink-System Cosmo Bike angekündigt, das den Straßenverkehr für alle Beteiligten sicherer machen soll.

Die Idee ist dabei nicht unbedingt neu und auch in anderer Form schon mal bei Indiegogo als “BrakeFree” aufgetaucht. Meist waren diese Systeme aber arg aufwändig zu installieren, teuer oder hatten ähnlich viele Features wie ein Smart Stein (Patent angemeldet). Auch Cosmo Connected ging den Weg über Crowdfunding und holte sich die erste Finanzierung über Kickstarter rein. Auf der CES 2018 gabs es dann jetzt ein paar mehr Infos zur neuen Version Cosmo Bike, die im Gegensatz zur ersten Variante nicht mehr Motorradfahrer, sondern für Fahrradfahrer entwickelt wurde.

Cosmo Bike Ankündigung auf der CES 2018

Automatisches Brems- und Blinklicht

Die Funktionsweise ist im Grunde relativ simpel und einleuchtend: Ihr befestigt die Haltevorrichtung mit einem starken Aufkleber auf der Rückseite eures Helmes und klemmt dann das Licht an, das bei voller Ladung bis zu acht Stunden Lichtsignale von sich geben kann. Smart wird das ganze dann durch die Verbindung mit dem Smartphone.

(Quelle: Cosmo Connected)

Das Licht kann zum Laden ganz einfach abgenommen werden (Quelle: Cosmo Connected)

Das erkennt beispielsweise, wenn ihr bremst und lässt das entsprechende rote Licht dann dann wie bei einem Fahrzeug oder Motorrad hellrot aufleuchten. Beim Abbiegen nutzt Cosmo Bike dagegen das GPS eures Smartphones und blinkt rechtzeitig, damit euer Hintermann Bescheid weiß und euch nicht platt rollt. Das Ganze funktioniert über die App von Cosmo Connected, in der ihr vor Fahrtantritt eure geplante Route eingebt. Ob das auch mit Google Maps funktioniert oder integriert ist, ist leider noch nicht klar und wäre auf jeden Fall wünschenswert, denn kein Mensch braucht das zehnte In-App-Navigationssystem.

Integrierte Unfallbenachrichtigung

Wahlweise könnt ihr die Blinksignale aber auch über ein am Lenker montiertes Smartphone oder die mitgelieferte Fernbedienung geben. Wenn ihr dagegen nicht gerade bremst oder abbiegt, leuchten die LEDs einfach nur und sollen euch sogar bei Nebel sichtbar machen – zumindest von hinten und in Augenhöhe für den Hintermann.

(Quelle: Cosmo Connected)

Cosmo Connected liefert Befestigungen für klassische und Skaterhelme mit (Quelle: Cosmo Connected)

Ein weiteres cooles Feature ist übrigens die Sturzerkennung von Cosmo Bike. Solltet ihr im schlimmsten Fall vom Bike fallen oder angefahren werden, benachrichtigt die App automatisch vorher ausgewählte Kontakte. Optional soll es zudem möglich sein, einen Rettungswagen rufen zu lassen, was im Fall der Fälle wirklich Leben retten kann.

Erscheinen soll Cosmo Bike im September 2018 und wird für moderate 60 Euro zu haben sein. Für Motorradfahrer gibt es bereits eine Version, die beim Hersteller bestellt werden kann.

Tags :Bildquelle :Cosmo Connected
  1. Mal ehrlich, so ein überkompliziertes und vom Smartphone abhängige Gerümpel braucht nicht mal ein extrem abhängiger Technikjunkie auf zwei Rädern. Mit dem Lupine Rotlicht (https://www.lupine.de/produkte/rotlicht) gibt es schon länger ein viel zu wenig beachtetes Rücklicht, welches anhand *eigener* Bewegungssensorik feststellt ob das Rad stark verzögert. Und dann heller aufleuchtet. Ein Bremslicht eben, das in das Rücklicht integriert ist. Funktioniert zuverlässigst und hat sich auch am Mountainbike des redaktionellen Technikjunkies bewährt. Ganz ohne Abhängigkeit von anderen Geräten, die ja auch mal ausfallen könnten. Der Akku des Smartphones ist garantiert schneller leer als der des Rücklichts. Keep it simple an stupid.

    Das vorgestelle Cosmo Produkt ist aus Sicht aktiver Rad- und Kfz-Fahrer als gefährlich, bestenfalls Unfug einzustufen.

    Das mit den Blinkern am Rad ist ebenso wie das mit der Beleuchtung und den Sicherheitseinrichtungen ja insgesamt eine Sache, wo man den Politkern (ergo dem Gesetzgeber) und der Fahrradindustrie mal ganz oft ganz feste gegen das Schienbein treten muss.

    Das durchschnittliche Stadtrad mit Schutzblechen und Nabendynamo im Vorderrad hat normalerweise werksseitig alles an Bord was vorgeschrieben ist. Bei Rennrädern und Mountainbikes sieht das anders aus. Statt nun Industrie und Gesetzgeber sich mal hinsetzen und schauen, wie man Beleuchtung und Reflektoren an diesen Rädern sinnvoll (gerne auch entfernbar für den Renn- oder Geländeeinsatz) befestigen kann, wo man einen Akku für Front- und Rückbeleuchtung unterbringen und eine Verkabelung dafür vorverlegen kann passiert – gar nichts. Außer dass jeder der mit Rennrad oder MTB da draußen unterwegs ist die gesetzlichen Vorschriften nicht so richtig einhalten kann, weil die Hersteller eben keine Befestigungspunkte für die Reflektoren verbaut haben. Und die mittlerweile erlaubten Akuleuchten aufgrund der typischen Lenkerformen schräg zu Fahrbahnoberfläche leuchten, wenn man nicht extra dafür eine Lenkerbar installiert.

    Die vorgeschriebene Verbauhöhe des unteren hinteren Reflektors ist mangels Schutzblech nicht einzuhalten. Gesetzliche Grundlage für eine Alternative fehlt. Lösung wäre einfachst. Je eine Aufnahme am Ausfallende links und rechts für steckbare Reflektoren direkt über der Achsaufnahme. Achja, kaufen kan man das übrigens nicht zum Nachrüsten, hat einfach keiner im Programm. Ist ja nicht zugelassen. Würde aber die Verkehrssicherheit erhöhen.

    Auch der weiße nach vorne strahlende Reflektor vorn lässt sich nicht mit für den gemeinen Radfahrer erhältlichen Mitteln so einfach nachrüsten. Gibt’s was zu kaufen, passt aber weder an das typische Rennrad, noch an das typische Mountainbike. Meist weil der Kabelbinder nicht zu befestigen ist, weil auf der Rahmeninnenseite sich Ober- und Unterrohr so treffen, dass man nicht einfach einen Reflektor am Kabelbinder um das Steuerrohr ziehen kann.

    Noch krasser bei den modernen E-Bikes und E-MTB’s die ebenfalls ohne werksseitige Sicherheitsausrüstung geliefert werden. Obwohl meist Straßenversionen mit Komplettausstattung auf den selben Rahmen basieren liegt dann nicht mal die Vorverkabelung für die Beleuchtung im Rahmen. Und der Lichtausgang am Motor ist deaktiviert. Das Freischalten des selben kostet dann mal flockige 40,00 Euro. Für die der Händler eine Herstellersoftware braucht, die der Kunde nicht bekommen darf. Zuzüglich Verkabelung.
    Dabei wäre es gerade bei den E-Bikes ein einfaches, Anschlüsse und Halterungen für optional ansteckbare Beleuchtung samt Bremslichtfunktion direkt zu verbauen, und das ohne nennenswerte Mehrkosten. Die Drehzahlmessung am Hinterrad wird eh für die Motorsteuerung vorgenommen, also weiß das Rad auch wann gebremst wird. Eigentlich ein Skandal, über den wir technikaffinen Journalisten aus unerfindlichen Gründen kein Wort verlieren, statt Gesetzgeber und Hersteller das so lange um die Ohren zu hauen, bis sich was rührt. Im Sinne unserer Leser versteht sich.

    Bleibt noch die Blinkerfunktion des Cosmo. Und die ist ebenfalls mehr als fraglich. Die darf niemals von einer “Route” oder “Karte” abhängig sein. Und für die anderen Kraftfahrer muss diese auch unmissverständlich erkennbar sein. Und zwar für den Gegenverkehr noch viel wichtiger als für den Nachfolgenden. Das kann eine Blinkanlage an der Helmrückseite auf keinen Fall leisten. Zum einen richtet sie sich nur an den nachfolgenden Verkehr und nicht an den Gegenverkehr. Zum anderen sind die Richtungsanzeigen überhaupt nicht weit genug auseinander, um von Verkehrsteilnehmern in mehr als einem Meter Entfernung überhaupt fehlerfrei interpretierbar zu sein. Das würde allenfalls funktionieren, wenn die Hersteller auf Basis einer gesetzlichen Grundlage ein durch das gesamte Rad verkabeltes System entwickeln würden, dass mindestens an den Lenkergriffenden beidseitig halbkugelförmig leuchtet. Besser dazu noch wie vom PKW gewohnt (dann baulich bedingt enger zusammenliegend) zusäzliche Blinklichter die man am Sattel und der Gabelbrücke befestigt. Und zwar so, dass die an den meisten im Straßenverkehr angebrauchten Stecksschmutzbleche auch zusammen mit dem Einauchen der Federgabel noch funktionieren.

    Aber so lange wie die wenigen engagierten wie der ADFC alleine auf weitem Flur Lärm in dieser Richtung machen, werden Gesetzgeber und Fahrradhersteller sich mit Vorliebe dem Erfinden anderen Blödsinns widmen.

    1. sehr informativer Kommentar, danke! Sind Akkulampen eigentlich bereits zugelassen? blickt keiner mehr durch! bis nach einem Unfall sich herausstellt, dass 90% der Fahrräder eigentlich nicht auf der Strasse hätten fahren dürfen wegen nicht gesetzeskonformer Beleuchtung…

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