Falcon Heavy: Heute Abend schießt SpaceX einen Tesla zum Mars

Die Falcon Heavy besteht aus 3 Falcon-9-Boostern (Bild: SpaceX via Flickr)

Heute Abend, zwischen 19:30 Uhr und 22 Uhr deutscher Zeit, wird SpaceX eine Rakete testen. Diese Rakete nennt sich Falcon Heavy und wäre die aktuell leistungsstärkste Rakete der Welt – wenn sie alle Tests besteht. Ihre Ladung kann rund zweimal so schwer sein, wie bei der aktuell leistungsstärksten Rakete. Gleichzeitig verspricht SpaceX, dass sich die Kosten für einen Flug in den Weltraum dank der verwendeten Materialien und neuer Bauweisen bei der Falcon Heavy gegenüber der aktuell zweitstärksten Rakete auf ein Drittel reduzieren.

Unnützer Fakt des Tages: Die Falcon Heavy wird aber nicht die leistungsstärkste Rakete sein, die die Menschheit je geflogen hat. Das ist die Saturn V, mit der unter anderem die Apollo Mondmissionen durchgeführt wurden.

Die Falcon Heavy besteht im Grunde aus drei Falcon-9-Raketen. Demzufolge hat die Rakete 27 Engines. Bis zu sechs davon dürfen ausfallen und die Rakete wird ihr Ziel erreichen können. Dieses Ziel besteht aus zwei Etappen: Zunächst wird die Rakete nach rund sechs Stunden einen geostationären Orbit erreichen. Damit zeigt SpaceX, dass es in der Lage wäre, einfach alle relevanten Transportaufgaben für Unternehmen und Regierungen durchzuführen. Anschließend wird die Rakete weiterfliegen, und zwar zum Mars – also so ungefähr. Denn den Mars selbst wird die Falcon Heavy nicht erreichen.

Das Ziel der Falcon Heavy ist der Mars

Stattdessen wird die Rakete einen stabilen aber elliptischen Orbit um die Sonne einnehmen. Der nächste Punkt der Ellipse entspricht in etwa dem Erdorbit um die Sonne. Der am weitesten entfernte Punkt ist in etwa auf der Höhe des Marsorbits um die Sonne. Die Rakete wird dann zeitweise bis zu 400 Millionen Kilometer von der Erde entfernt sein. Sinn und Zweck der Übung ist es zu zeigen, dass die Rakete den Mars erreichen könnte, wenn sie im richtigen Zeitfenster abgeschossen werden würde und man einen Marsanflug inklusive des Eintretens in den Orbit um den Mars planen würden.

Als wäre das alles nicht genug, wird SpaceX versuchen alle drei Booster aus der ersten Stufe wieder zu landen. Der dritte Booster wird aber im Gegensatz zu den anderen beiden noch eine Weile weiterfliegen, bevor er landen soll.

Die Ladung der Rakete wird übrigens ein Tesla Roadster sein, den Elon Musk persönlich gefahren hat. Das ist im Grunde ziemlich sinnlos, aber ausreichend, um zu beweisen, dass die Rakete mehr als eine Tonne zum Mars tragen kann.

Sollte der Start heute Abend aufgrund von Wetterverhältnissen nicht klappen, wird SpaceX am morgigen Mittwoch ab 19:30 Uhr deutscher Zeit versuchen ein zweites Startfenster zu nutzen. Der Wetterbericht für Florida sieht aber gut aus.

Ob der Test klappen wird, ist vollständig unklar. Schließlich hat SpaceX bisher nie drei zusammengekoppelte Maschinen im Flug getestet. Dabei kann es aber zu unvorhergesehenen Interferenzen zwischen den Boostern kommen, die die Rakete einfach auseinanderreißen können.

Der Livestream wird rund 20 Minuten vor dem Start der Rakete über diese Webseite des Unternehmens  stattfinden.

Tags :Quellen:SpaceX

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