Vaunt: Intel zeigt AR-Brille ohne Kamera und Display

Prototyp der AR-Brille Vaunt von Intel

Chiphersteller Intel hat eine Augmented-Reality-Brille vorgestellt, mit der er korrigiert haben will, was Google mit seiner Glass falsch machte. Die Vaunt bietet reichlich Technik, die sich hinter der Brille versteckt und dem Träger einige Annehmlichkeiten bieten soll.

Noch ist die AR-Brille Intel Vaunt ein Prototyp, den ein Journalist des Magazins The Verge im Dezember letzten Jahres testen durfte. Sie sieht aus wie eine normale Brille, deren Technik auf den erste Blick kaum auffällt. Das Besondere an dem 50 Gramm schweren High-Tech-Gerät sei das, was der Hersteller weggelassen hat, urteilt The Verge. Das Gadget kommt ohne klobige Kamera, ohne Knöpfe, ohne Display, ohne Lautsprecher und ohne Mikrofone daher. Was an Technik samt Akkus vorhanden ist, versteckt sich in den Bügeln, die nicht größer und klobiger ausfallen als es bei Brillen mit massiverem Gestell, wie sie heutzutage in Mode sind.

Das Fehlen der Komponenten, die bei Googles Glass vielfach und nicht nur von Datenschützern kritisiert worden waren, hat zur Folge, dass die Vaunt die jeweiligen Daten nicht auf ein Display überträgt. Vielmehr kommt ein Laser zum Einsatz, der die monochromen Bildinformationen direkt auf die Netzhaut des Brillenträgers projiziert. Intel garantiert, dass die Laserstrahlen ungefährlich seien fürs Auge. Inhaltlich sollen sich die Daten auf einige wenige grundlegende Informationen beschränken wie Wegbeschreibungen, Nachrichten, Rezepte und Restaurantbewertungen. Verknüpft ist die Brille mit einem Android- oder iOS-Smartphone via Bluetooth. Kontrolliert soll sie von einer im Hintergrund laufenden App werden, die Intel ebenfalls veröffentlichen würde.

Steuerung mittels Kopfbewegung

Die Steuerung des Geräts erfolgt nicht mittels Knopfdruck. Die AR-Brille ist mit einem Sensor ausgestattet, der sich an den Kopfbewegungen des Nutzers orientiert. Informationen könnten entsprechend mittels Geste aktiviert, deaktiviert und gewechselt werden. Laut The Verge könnte das Gerät in späteren Ausführungen auch mit einem Mikrofon und einem digitalen Sprachassistenten ausgestattet werden, mit denen der Nutzer Befehle auch mittels Sprache eingeben kann.

Die Intel Vaunt ist ein Projekt von Intels Entwicklungsabteilung “New Device Group” (NDG). Noch in diesem Jahr haben Entwickler die Möglichkeit den Prototypen zu erwerben. Ob und wann die AR-Brille eines Tages in Serie gehen wird, steht noch nicht fest.

AR-Brillen haben sich auf dem Markt noch nicht durchsetzen können. Vielfach kranken die Gadgets an einem Überschuss an Technik, mit denen die Brillen für die Nutzer wenige praktikabel sind. Zudem gibt es immer wieder Datenschutz-Bedenken. Symptomatisch für diese Defizite wurde die Google Glass, die das Mutterunternehmen Alphabet im Jahr 2012 vorstellte. Die Kamera- und Display-Brille konnte sich bei den Endverbrauchern nicht durchsetzen, weshalb sich der Hersteller mit dem Produkt neu aufgestellt und mit der Industrie eine neue Zielgruppe anvisiert hat.

Bild: Prototyp der AR-Brille Vaunt von Intel (Screenshot über The Verge)

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