Trump möchte Raumstation ISS gerne an Investoren verkaufen

International Space Station after undocking of STS-132 (Bild: Public Domain, 23.05.2010)

Donald Trumps Regierung will die Internationale Raumstation, kurz ISS, offenbar an private Investoren abgeben. Wie das funktionieren soll und ob es das überhaupt kann, ist derzeit noch völlig unklar.

Die ISS ist ein von mehreren Ländern, auch von Deutschland, Japan und Russland, finanziertes Projekt. Nach rund zwei Dekaden sehr erfolgreicher Arbeit steht das geplante Ende der Raumstation eigentlich unmittelbar bevor. Präsident Obama hatte die Lebenszeit der ISS in 2014 zwar noch einmal auf 2024 verlängert. Dann aber soll endgültig Schluss ein, hatte Trump bereits vor einiger Zeit beschlossen.

Die USA kann das alleine zwar nicht entscheiden. Der Beschluss muss von allen beteiligten Ländern getragen werden. Trotzdem ist es nicht unrealistisch, dass die ISS Mitte der 20er Jahre ein Ende sehen wird. Zumal die USA mit bisher insgesamt knapp 100 Milliarden US-Dollar der größte Geldgeber sind und sich die ESA oder Russland sehr wahrscheinlich an der amerikanischen Entscheidung orientieren werden.

Bereits jetzt nehmen Wartungsarbeiten an der Raumstation sehr viel Zeit der dort stationierten Astronauten in Anspruch. Es stellt sich aufgrund des Alters der Station eigentlich nur noch die Frage, was für ein Ende es sein wird: Bleibt die ISS dort wo sie ist, ungenutzt? Wird sie ins Meer gestürzt, wie es bei der MIR der Fall war? Oder findet sie einen anderen Nutzer?

Der Unterhalt der ISS rechnet sich für ein Privatunternehmen nicht

Der Haken bei Letzterem und damit auch bei Trumps Plan ist, dass der Unterhalt der ISS extrem teuer ist. Wirtschaftlich rechnet sich die Raumstation nicht. Und auch die möglichen Forschungsprojekte, die auf der Raumstation im aktuellen Zustand durchgeführt werden können, sind den Aufwand nur noch begrenzt wert. Auch als Basis für die weitere Erforschung des Sonnensystems wäre die Station nicht geeignet und müsste erst umgebaut und dann wohl auch in einen höheren Orbit geschleppt werden. Große Investitionen müssten also getätigt werden, bevor ein privates Unternehmen irgendeinen Nutzen aus der ISS ziehen kann.

Aktuell macht der Unterhalt der Raumstation inklusive der Beteiligung an den russischen Raketenstarts zur Raumstation alleine für die NASA zwischen 3 und 4 Milliarden US-Dollar pro Jahr aus. Auch die ESA und andere Agenturen geben viel Geld für das Projekt aus, dessen Nutzen im Grunde bereits erfüllt ist – und zwar mit großem Erfolg. Wird das Projekt ISS beendet, wird das Geld wohl für andere, neue Projekte frei, beispielsweise eine Station auf dem Mond.

Tags :Quellen:The Washington Post

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising