Wie bitter: Hackerangriff auf Bundesregierung

Hacker (Bild: Shutterstock)

Hacker haben monatelang das Netz der Bundesregierung ausforschen können. Nach einem Bericht soll das Außenministerium betroffen sein, bei anderen heißt es, dass das Verteidigungsministerium betroffen sei. Für die IT-Mannschaft ist es so oder so eine Blamage.

Unbekannte Täter haben unter Umständen monatelang Zugriff auf das Regierungsnetzwerk gehabt, berichtet unter anderem die Süddeutsche Zeitung. Im Dezember 2017 soll der Angriff aufgedeckt worden sein, berichtet die Zeitung. Dabei sei das Bundesaußenministerium ausgeforscht worden. Das Innenministerium berichtet, dass der Angriff unter Kontrolle gebracht worden sei.

Während der Süddeutschen Zeitung Informationen über einen Vorfall im Auswärtigen Amt vorliegen, meldete zuvor die Deutsche Presseagentur, es seien Systeme des Verteidigungsministeriums kompromittiert worden.

„Wir können bestätigen, dass derzeit durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und die Nachrichtendienste ein IT-Sicherheitsvorfall untersucht wird, der die Informationstechnik und Netze des Bundes betrifft“, teilte das Bundesinnenministerium mit. „In dem Zusammenhang sind derzeit keine betroffenen Stellen bekannt, die außerhalb der Bundesverwaltung liegen. An dem Vorfall wird mit hoher Priorität und erheblichen Ressourcen gearbeitet. Nähere Details können zu diesem Zeitpunkt wegen der noch laufenden Analysen und Sicherungsmaßnahmen nicht öffentlich bekannt gemacht werden.“

Den Hackern soll es gelungen sein, Schadsoftware in das Datennetz der Bundesverwaltung – genannt Informationsverbund Berlin-Bonn – einzuschleusen. In Sicherheitskreisen heiße es, die Attacke habe möglicherweise ein ganzes Jahr angedauert. Die Ermittlungen zum Umfang des Einbruchs seien aber noch nicht abgeschlossen.

Zudem wird vermutet, dass die Hintermänner der Hackergruppe APT28 angehören, die auch als Fancy Bear und Sofacy Group bekannt ist. Sicherheitsunternehmen unterstellen der Gruppe Verbindungen zur russischen Regierung, die jedoch nicht eindeutig nachgewiesen wurden. Es kommen auch andere Täter in Frage, weil Teile des von APT28 genutzten Angriffscodes im Internet kursieren sollen.

Auch Bitdefender sieht es nicht als erwiesen an, dass APT28 hinter dem Angriff auf die Bundesregierung steckt. Allerdings unterstellt das Unternehmen, dass in dem Fall auch „der Zusammenhang zu Russland klar ist, der wurde bereits in der Vergangenheit dokumentiert“, sagte Bob Botezatu, Leitender Bedrohungsanalyst bei Bitdefender.

Seine Aussage beschränkt er jedoch auf eine geografische Zuordnung. Der von den Hackern benutzte Code sei in der russischen Zeitzone entwickelt worden, zu der neben Russland auch Georgien und Aserbaidschan gehörten. „Von diesen Ländern hat nur Russland die Ressourcen, um einen solch ausgeklügelten Angriff auf ein hochgeschütztes IT-Netzwerk durchzuführen“, so Botezatu weiter. Eine Unterstützung von APT28 durch die russische Regierung lasse sich jedoch nicht nachweisen.

Er vermutet außerdem, dass die Hacker einzelne Personen in Regierungsbehörden gezielt für ihren Angriff ausgesucht haben. Auch die Schadsoftware sei wahrscheinlich für den Einsatz „maßgeschneidert“ worden. Per Spear-Phishing-E-Mails sei der Schadcode dann möglicherweise in das Netzwerk gelangt.

Tags :Quellen:Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de

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