Acer Predator 17 X Test – das Monster unter den Gaming-Notebooks

Monster, Biest, Ungeheuer – all das sind Geschöpfe, die uns Angst machen. Gleichzeitig untermauern sie die Größe und Stärke, die in uns Respekt vor diesen Wesen auslösen. Das Acer Predator 17 X verdient diesen Respekt auf mehrfache Art und Weise. Unser Testbericht zeigt, was dieses knapp 3000 Euro teure Notebook zu einem wahren Gaming-Monster macht.

Acer Predator 17 X Test

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Acer Predator 17 X - Display

Design & Verarbeitung

Bereits das Auspacken des Acer Predator 17 X verrät, dass es Acer ernst meint. Das Netzteil ist so groß wie ein halbes MacBook Pro 13 Zoll und es wiegt fast genau so viel wie der Apple-Rechner, nämlich 1,3 Kilogramm. Das Ladegerät leistet unter Volllast 330W, das fingerdicke Kabel lässt sich somit gut erklären. Auch das Notebook ist kein Leichtgewicht und bringt 4,35 Kilogramm auf die Waage. Für die LAN-Party das Notebook unter den Arm zu packen ist also nicht wirklich drin, es sei denn ihr heißt Schwarzenegger mit Nachnamen. In dieser Leistungsklasse ist das aber vollkommen in Ordnung.

Beim Design bleibt Acer sich treu. Das typische schwarz-rote Farbmuster der Predator-Reihe findet sich auch im 17 X wider. Vor allem hat uns das leuchtende Logo auf dem Displaydeckel gefallen. Die Verarbeitungsqualität des Notebooks ist insgesamt sehr gut. Die Soft-Touch-Oberflächen aus Kunststoff fühlen sich angenehm an, sind aber gegen Fingerfett und Schweiß nicht ganz so resistent. Ebenfalls haben wir einen tiefen Kratzer in das weiche Gehäuse eingebracht, obwohl das Gerät immer in einer Tasche transportiert wurde.

Der Soft-Touch Kunststoff fühlt sich gut an, ist aber gegen Kratzer nicht so resistent

Der Soft-Touch Kunststoff fühlt sich gut an, ist aber gegen Kratzer nicht so resistent (Bild: Daniil Matzkuhn)

Die Passgenauigkeit der Teile stimmt, es wackelt und knarzt nichts. Selbst bei stärkerem Druck auf die Base gibt das Gehäuse nicht nach. Beim Display ist das etwas anders, da sich dieses etwas durchdrücken und verbiegen lässt. Das trübt den sonst hochwertigen Eindruck aber kaum.

Tastatur & Trackpad

Die Tastatur des Acer Predator 17 X ist neben Gaming auch bestens dafür geeignet, um längere Texte ermüdungsfrei zu tippen. Das Feedback der Tasten ist gut abgestimmt, der Hub nicht zu lang. Die Tastatur ist hintergrundbeleuchtet, wobei sich die Farbe in vier Zonen innerhalb der PredatorSense Software frei einstellen lässt. Die WASD- sowie die Pfeil-Tasten sind rot markiert, sodass man sie schnell findet. Links neben der Tastatur finden sich sechs Tasten. Diese können per Makros ebenfalls in PredatorSense programmiert werden. Je nach gewähltem Modus werden sie andersfarbig beleuchtet.

Die Tastatur ist sehr gut (Bild: Daniil Matzkuhn)

Die Tastatur ist sehr gut (Bild: Daniil Matzkuhn)

Das Trackpad ist ausreichend groß, könnte nach unserem Empfinden aber auch ruhig breiter ausfallen – genug Platz wäre da. Das Touchpad arbeitet zuverlässig und nimmt Eingaben auch mit mehreren Fingern ohne Verzögerung entgegen. Es ist fest verbaut, lässt sich also nicht eindrücken. Für den haptischen Klick sind die beiden unteren Maustasten zuständig, die einen angenehm tiefen und geräuschlosen Druckpunkt haben. Das Trackpad sowie die Windows-Tasten können übrigens mit einem dedizierten Knopf deaktiviert werden, um Falscheingaben beim Spielen zu verhindern.

Display & Sound

Beim Display ist der Name des Predator 17 X Programm – es misst somit 17 Zoll in der Diagonale. Die Auflösung unseres Testgeräts beträgt Full High Definition, also 1920*1080 Pixel, optional gibt es ein schärferes 4K (3840 x 2160 Pixel) Panel, das zudem einen deutlich besseren Farbumfang bietet. Gut gefallen haben uns die weiten Blickwinkel durch die verwendete IPS Technologie, die hohe Helligkeit und die matte Oberfläche. Damit ist das Notebook auch in sehr hellen Umgebungen immer einsatzbereit.

Vier Lautsprecher und zwei Subwoofer sorgen für guten Sound (Bild: Daniil Matzkuhn)

Vier Lautsprecher und zwei Subwoofer sorgen für guten Sound (Bild: Daniil Matzkuhn)

Überzeugen konnte uns auch die Soundanlage mit vier Lautsprechern und zwei Tieftönern, die nach vorne unten strahlt. Musik klingt damit genauso angenehm wie die virtuellen Spielwelten. Die zwei Subwoofer sorgen dafür, dass ein einschlagender Blitz oder das Abfeuern einer Waffe sich realistischer anhören, als man sonst von einem Notebooklautsprecher gewohnt ist.

Anschlüsse & Leistung

Während die hintere Seite komplett von Lüftern belegt ist (da solltet ihr euer kühles Getränk also schon mal nicht hinstellen), finden sich die Anschlüsse an den Seiten. Die größte Vielfalt gibt es rechts: USB Typ-C mit Thunderbolt 3, 2 USB 3.0, einer davon mit Lademöglichkeit für externe Geräte, HDMI, Displayport, Ethernet und Kensington Lock. Links finden sich neben dem Ladeanschluss zwei weitere USB 3.0 Anschlüsse, dedizierte Klinkenanschlüsse für Mikrofon und Lautsprecher sowie ein SD-Kartenschacht. Positiv anzumerken ist die Position der Anschlüsse hinten, sodass die herausragenden Kabel beim Einsatz einer Maus nicht allzu sehr stören.

Viele Anschlüsse auf der rechten Seite (Bild: Daniil Matzkuhn)

Viele Anschlüsse auf der rechten Seite (Bild: Daniil Matzkuhn)

So positiv die vorhergehenden Kriterien erfüllt werden, ein Gaming Notebook steht und fällt nunmal mit der Leistung, die es liefert. Unser Testgerät ist mit einem Intel Core i7-7820K Prozessor, 16 GByte Arbeitsspeicher sowie der Nvidia GTX 1080 Grafikeinheit samt 8GByte GDDR5 VRAM ausgestattet und bildet somit die aktuell wohl höchste Leistungsstufe bei Notebooks ab. Der verbaute Medienspeicher besteht aus einer 512 GByte m2 PCIe SSD sowie einer 1 TByte großen Festplatte mit 7200 RPM im 2,5 Zoll Format. Letztere sowie der Arbeitsspeicher lassen sich austauschen und erweitern. Dafür hat Acer einen gut zugänglichen Schacht auf der Unterseite eingerichtet. Die 16 GByte RAM Ausführung hat von Werk noch 2 RAM-Bänke frei.

... und einige auf der linken (Bild: Daniil Matzkuhn)

… und einige auf der linken (Bild: Daniil Matzkuhn)

Gaming-Performance für die nächsten Jahre

Die Gaming-Performance ist sehr gut. Aktuelle Spiele lassen sich in hohen oder maximalen Einstellungen flüssig spielen. Grand Theft Auto V erzielte auf maximalen Einstellungen Werte von 60 bis 70 Frames in der Sekunde auf dem eingebauten Bildschirm. Auf einem externen Monitor mit einer Auflösung von 2560*1440 Pixeln war flüssiges Spiel mit 40-50 Frames die Sekunde auf höchsten Einstellungen möglich.

Drei große Lüfter sorgen für genügend kühle Luft (Bild: Daniil Matzkuhn)

Drei große Lüfter sorgen für genügend kühle Luft (Bild: Daniil Matzkuhn)

Dank der PredatorSense Software lässt sich aber auch noch mehr herauskitzeln. Mit drei Modi – normal, schneller und turbo –  wird die CPU und GPU übertaktet. In GTA V waren somit auf dem externen Monitor durchschnittlich 5 Frames mehr die Sekunde möglich. Ähnliches Verhalten zeigte sich in ARK: Survival Evolved bei epischen Grafikeinstellungen. Während der normale Modus im Schnitt 50-60 Bilder pro Sekunde durch die Grafikkarte schob, waren es im Turbo-Modus 55-65fps.

Die SSD, der Arbeitsspeicher sowie die Festplatte lassen sich austauschen (Bild: Daniil Matzkuhn)

Die SSD, der Arbeitsspeicher sowie die Festplatte lassen sich austauschen (Bild: Daniil Matzkuhn)

Synthetische Benchmarks bestätigten die praktischen Erfahrungen:

Benchmark Normal Turbo
PCMark 10 3758 4187
3DMark Time Spy 6169 6487

Wer so viel Leistung abfragt, muss auch mit einer entsprechenden Klangkulisse der Lüfter rechnen. Insgesamt sind drei Lüfter verbaut, die bereits im Idle-Betrieb immer mitlaufen und ein leises, aber wahrnehmbares Rauschen erzeugen. Steigt die Auslastung an, so steigt auch stetig die Lüfterdrehzahl und somit der Lautstärkepegel. Wir würden die maximale Lautstärke aber nicht als unangenehm beschreiben. Die eigens entworfenen Aeroblade Lüfter von Acer verrichten ohne negativ aufzufallen. Auch die Gehäusetemperatur ist sowohl bei der Tastatur als auch bei der Handballenauflage überraschend angenehm. Der Acer Predator 17 X wird seinem Premium-Anspruch gerecht.

PredatorSense Software zum einfachen Übertakten (Bild: Daniil Matzkuhn)

PredatorSense Software zum einfachen Übertakten (Bild: Daniil Matzkuhn)

(Bild: Übergizmo)

Acer Predator 17 X: Fazit

Ob ihr bereit seid aktuell um die 2750 Euro für ein Gaming-Notebook auszugeben, diese Frage können wir euch nicht beantworten. Solltet ihr dies allerdings in Erwägung ziehen, schaut euch den Acer Predator 17 X an. Die hochwertige Verarbeitung, der gute Klang und die Monster-starke Performance, die sich per Turbo noch erhöhen lässt, haben uns überzeugt.

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