Abgang für Tesla? Verrostete Schrauben, tödlicher Unfall & Galgenhumor von Elon Musk

Dem Elektroauto-Hersteller Tesla steht das Wasser bis zum Hals - und ein Ende ist nicht in Sicht. Dennoch hat Konzern-Chef Elon Musk noch die Courage für einen makabren Aprilscherz. Die Tesla-Anleger sind alles andere als begeistert sowohl von den nicht enden wollenden Problemen als von Scherzkeks Musk.

Wie das Manager-Magazin unter Berufung auf den Autohersteller berichtet, musste Tesla einen Großteil der vor 2016 gebauten Model S zurückrufen. Grund sei Rostbildung an Schrauben der Servolenkung. Die Komponenten von 123.000 Fahrzeugen müssten ausgetauscht werden.

Die korrodierten Schrauben sollen von der deutschen Firma Bosch stammen, heißt es weiter. Betroffen seien Fahrzeuge, die in extrem kalten Regionen mit viel Schneefall und Eisbildung und vor allem reichlich Salzstreuung unterwegs sind.

Es ist die größte Rückrufaktion in der Geschichte Teslas. Das Problem würde für die Autofahrer kein großes Risiko darstellen, heißt es seitens Tesla. Lediglich die Servolenkung sei beeinträchtigt, weshalb der Fahrer beim Lenken mehr Kraft aufbringen müsse. Der Austausch der Komponenten würde nur eine Stunde in Anspruch nehmen.

Tödlicher Unfall mit Tesla-Auto

Tesla betont explizit, dass es im Zusammenhang mit dem Korrosionsproblem keine Unfälle gegeben habe. Anders als bei dem Unfall am 23. März in Mountain View in Kalifornien, bei dem der Fahrer tödlich verunglückt war. Er war von der Fahrbahn abgekommen und gegen eine Betonmauer gekracht. Laut dem Konzern hätte er trotz Warnung des Sicherheitssystems wenige Augenblicke vor dem Aufprall nicht die Kontrolle über das Fahrzeug übernommen.

Über all dem steht das noch immer virulente Problem um den Model 3. Tesla schafft es noch immer nicht, mit dem Mittelklassewagen die selbstgesetzten Produktionsziele zu erreichen. Laut der Nachrichtenagentur Reuters hat der Autohersteller Ende März gerademal die Marke von 2.000 produzierten Einheiten pro Woche überschritten. Das sind 500 Fahrzeuge weniger, als Tesla zuletzt ausgerufen hatte. Um das Problem endlich in den Griff zu bekommen, will Musk persönlich die Aufsicht über die Produktion übernehmen. Dafür wolle er sogar in der Fabrik übernachten, schrieb er kürzlich auf Twitter.

Aprilscherz: Musk nimmt Tesla auf die Schippe

Trotz der vielen Baustellen verliert Musk offenbar nicht seinen Galgenhumor. Am 1. April veröffentlichte der Unternehmer auf Twitter den Aprilscherz, dass Tesla bankrott sei. Zuvor hatte er auf der gleichen Plattform ein Foto von sich veröffentlicht, das ihn angeblich betrunken an ein Tesla lehnend zeigt. Bedeckt ist er mit einem Pappkarton mit der Aufschrift “Bankwupt”. Das Bild kommentierte Musk mit dem Text, dass man den Tesla-Chef angeblich ohnmächtig aufgefunden habe. Er sei umgeben gewesen von “Teslaquilla”-Flaschen und auf seiner Wange seien Spuren von getrockneten Tränen gefunden worden.

Das mag witzig finden, wer will. Die Tesla-Aktionäre jedoch waren von dem Scherz wenig angetan. Die Aktie des E-Auto-Herstellers brach entsprechend zwischenzeitlich um 7,7 Prozent ein. Bei den vielen Problemen, mit denen Tesla konfrontiert ist, war der Witz offenbar zu nah dran an der Wahrheit.

Tags :Quellen:Manager-Magazin Reuters Twitter / Elon Musk

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