Test: Microsoft KIN – Die besten Handys, die du niemals kaufen wirst

Bildergalerie

Die Software :)

Das OS der Geräte ist eines der innovativsten Betriebssysteme, die wir seit einer ganzen Weile gesehen haben. Sei es nur aus dem Grund, dass es komplett neu ist. Etwas völlig Neues! Nichts, was wir bisher kennen. Die Kins sind zwar eine Art Windows Phone, aber kaum etwas daran erinnert uns tatsächlich an Windows Phone 7 und rein gar nichts an Windows Mobile. Und an alle Zweifler hier noch mal: Das hier ist eine eigenständige Plattform. Ok, die letzte Aussage mag etwas ungenau sein – Das hier ist keine Plattform, weil es keine Apps gibt.

Das Interface ist voller Schaltflächen, aber diese Schaltflächen können für alles Mögliche stehen und viele verschiedene Funktionen haben. Feeds, Verknüpfungen, Twitter, MySpace, Facebook-Funktionen, Kontakte und vieles mehr. Indem man rauf und runter, rechts und links scrollt, werden andere Bildschirmelemente sichtbar. Darin werden die Feeds aus sozialen Netzwerken gesammelt, dazu RSS-Feeds und die Favoriten (Menschen und nicht Seiten. Aber natürlich kann man auch Webseiten-Verknüpfungen auf dem Startbildschirm ablegen). Dieses Video zeigt euch, wie das Interface in der Praxis aussieht:

Man mag es kaum glauben, aber das Konzept funktioniert sehr gut. Die Kins sind Messenger. Aber Messenger, bei denen es nicht primär um das Versenden von Texten geht, sondern darum, eine Schnittstelle zu Diensten zu schaffen. Dienste, die von jungen Menschen bereits intensiv genutzt werden. Man kann das Gerät spielend leicht mit Facebook und Twitter synchronisieren. In diesem Punkt steht das Betriebssystem dem WebOS on Pqlm in Nichts nach. Sobald man dies erstmal eingerichtet hat, wird das Handy überflutet von sozialen Updates. Egal ob Twitter-Updates, Facebook-Alben oder Einträge aus dem unerwartet guten RSS-Reader.

Photos werden aus der Cloud gesaugt und sind praktisch überall zu sehen. Twitter-Updates tauchen über zurechtgeschnittenen Bildern deiner Freunde auf. Alles in kleinen unerwartet gut zusammenpassenden Häppchen auf dem Startbildschirm. Es wirkt unordentlich und chaotisch, aber es funktioniert. Der „Spot“ zum Beispiel ist ein kleiner Punkt am unteren Bildschirmrand, in dem man alles Mögliche hineinziehen kann. Damit kann man sehr einfach Nachrichten, Fotos oder was auch immer miteinander teilen – allerdings ist er kein Ersatz für die fehlende Copy-&-Paste-Funktion.

Wenn man ein bisschen tiefer in die Materie eintaucht, wird man sich über die Zune-Funktion freuen. Es ist, als würde man einen Zune in einem anderen Gehäuse benutzen. Die Umsetzung ist gut, der Bildschirm im Medienmodus sehr genau und die App an sich großartig. Mit dem Zune pass ist außerdem die Auswahl unbegrenzt.

Abgesehen von den Features mit denen man auf dem Gerät selbst interagieren kann, gibt es die Killer-Anwendung: Studio. Es handelt sich dabei um eine aufgemotzte Version deines Handys, das über ein Web-Interface auf deinem PC zugänglich ist. Updates werden quasi direkt hochgeladen. Wenn man sich also einloggt, ist schon alles da. (Mehr dazu weiter unten).

Die Software :(

Das Konzept ist sicherlich gut ausgearbeitet. Wenn man das Kin zum ersten Mal benutzt, funktioniert alles überraschend gut. Beim zweiten Mal, nicht mehr. Nach einem Tag sieht man einige Schwachstellen. Nach zwei oder drei Tagen kämpft man massiv mit den Schwachstellen.

Es ist sicher schlau, wenn ein Unternehmen bei einem neuen Gerät den Fokus auf bestimmte Dinge setzt. Das hat Microsoft hier gemacht. Messaging und soziale Medien – das ist das Kin. Das bedeutet jedoch nicht, dass es keine Karten-Anwendung braucht (Es gibt keine und das obwohl es einen GPS-Empfänger gibt). Es bedeutet auch nicht, dass der Browser keine Tabs nötig hat und die Webseiten nur sehr langsam darstellt. Es gibt auch keinen Grund, warum man sich nicht jedes Web-Video anschauen kann, und die Anbindung an Bing als einzige Suchmaschine ist auch nicht wirklich notwendig. Außerdem gibt es keinen Grund, auf einen Kalender zu verzichten.

All diese Funktionen wurden einfach weggelassen. Für Benutzer, die an Smartphones gewohnt sind, ist das ein großer Einschnitt. Jemand der so was nicht braucht, wird es natürlich deutlich einfacher haben.

Microsoft_Kin_Test

Was uns aber wirklich Sorgen macht sind die vorhandenen Grundfunktionen, die nicht richtig funktionieren. Die integrierte Kamera hat zum Beispiel eine fürchterliche Lichtmessung. Dadurch werden Innenaufnahmen dunkel mit einigen sehr hellen Lichtquellen. Außenaufnahmen werden entweder vom Himmel dominiert oder sind trist und matt. Die Kamera funktioniert wie jede gewöhnliche Schnappschusskamera und hat einen Zweipunkt-Auslöser. Allerdings ist es schwer zu sagen ob das geschossene Foto den richtigen Fokus haben wird. Beide Probleme tauchen auch im Video-Modus auf. Der Blitz ist extrem hell und verwischt Fotoobjekte – aber das hat ein LED-Blitz so an sich. Die Facebook-Integration ist etwas besser. Allerdings gibt es keine Möglichkeit, Events anzuzeigen und einige andere Dinge. Ah, und außerdem gibt es keine Möglichkeit Twitter-Fotos hochzuladen oder jemanden direkt anzuschreiben und Beiträge zu retweeten. Die Kins sind also schlechter, was Facebook und Twitter angeht, als jede x-beliebige App auf einem anderen Smartphone.

Mal davon abgesehen fühlt sich das Gerät langsam an. Nicht so langsam, dass man es nicht benutzen könnte, aber zu langsam. Das fällt dann besonders auf, wenn man aus der geschmeidigen Zune-Anwendung in das normale Interface zurückkehrt. Es hängt bei so ziemlich jeder Bewegung. Außerdem wirkt das Menü auf dem kleinen Gerät (bei dem uns das Format übrigens besser gefällt) gestaucht. So als könnte es ruhig eine höhere Auflösung vertragen oder zumindest ein paar Zentimeter mehr vertikale Displayfläche. Die Software fühlt sich so an, als wäre sie für das größere Phone entwickelt worden.

Im Internet surfen mit den Geräten ist ein Krampf und Multitouch, das man auf Webseiten und in der Bilderansicht verwenden kann, ist fast eine Verschwendung bei einem so kleinen Bildschirm.

Allgemein stellt sich für uns bei den Kins der Eindruck ein, dass das Konzept sehr interessant ist, aber nicht wirklich ausgearbeitet. Es ist unklar, wie viel davon durch Software-Updates behoben wird. Allerdings hat uns Microsoft bestätigt, dass sie einige der Punkte per Update noch vor Ende dieses Jahres ausbessern werden.

<< ZurückWeiter >>

Tags :
  1. „Es gibt einige Dinge, die das Kin besser kann als die Smartphone-Konkurrenz, doch die Einschnitte sind gewaltig. Wie bereits oben erwähnt, müssen Käufer auf Einiges verzichten. Es hat einfach einen bitteren Nachgeschmack.“

    Ersetze Kin durch iPhone, passt immernoch! :)

  2. In regelmäßigen Abständen finden Apotheken Aktionen in Form von Gutscheinen, kostenlosem Versand, etc. statt. Eine Zusammenstellung der jeweiligen Aktionen findet sich auf Apotheken Vergleichen. Anhand dieser Aktionen lässt sich zusätzlich Geld bei der Medikamenten-Bestellung sparen.

  3. In Deutschland gibt es viele DSL Anbieter, deren Angebote sich zum Teil deutlich unterscheiden. Aus diesem Grund bietet DSL Vergleichen einen unabhängigen Service um die verschiedenen Angebote zu vergleichen. Der DSL Tarifvergleich listet alle Anbieter anhand diverser Kriterien übersichtlich auf.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising