FAQ: Sechs Display-Spezifikationen und ihre Bedeutung

4. Deinterlacing

Ein ausgeklügeltes Verfahren erlaubt es, die zweitlich voneinander gesendeten Halbbilder wieder so zusammenzusetzen, dass Vollbilder ohne Kammstrukturen erzeugt werden können. Dabei wird eine ganze Bildsequenz analysiert und alle Bildinhalte auf Bewegungsmuster hin bewertet. Daraus wird geschlossen, wie das Vollbild aussehen müsste, wenn es aus den Halbbildern zusammen gesetzt wird. Ein möglicher Anwendungszweck dieser Bewegungerkennung ist deshalb das Deinterlacing. Es wird eingesetzt, um aus 1080i-Material progressives 1080p- Material herzustellen.

Um eine gute Bewegungskompensation zu erreichen, werden bis zu sechs nachfolgende Halbbilder analysiert, bevor das fertige Vollbild errechnet wird. Das ist normalerweise kein Problem – denn ob das Bild nun um ein zehntel einer Sekunde verzögert ausgegeben wird oder nicht, ist egal. Nur nicht, wenn man gerade ein Actiongame spielt, bei dem die Hand-Augekoordination extrem wichtig ist. In diesem Fall ist es notwenig, die Zeit für die Bewegungsinterpolation stark zu reduzieren. Doch erst einmal wollen wir uns mit der Bewegungskompensation bei Filmmaterial beschäftigen.

5. Bewegungskompensation bei Filmen

Was fürs Kino gedreht wird, wird mit 24 fps aufgenommen. Das hört sich erstmal ziemlich langsam an – oben haben wir von 50 und 60 Hz und noch weitaus höheren Frameraten gesprochen. Außerdem will man den Film später ja auch im Fernsehen sehen und muss ihn auf 50 oder 60 Hz hochrechnen. Das ist zudem der 2,5fache Faktor – und keine gerade Zahl. Eine einfache Lösung ist der sogenannte 3:2 Pulldown. Dabei wird ein Filmframe zweimal und das nächste dreimal hintereinander gezeigt.

Doch diese 3:2-Folge produziert ärgerlicherweise einen sehr auffälligen, optisch unansehlichen Bewegungseffekt. Er wird in der Fachsprache Judder genannt. In der Praxis gibt es zwei Möglichkeiten, ihm zu begegnen. Zum einen kann man die Refresh-Rate auf 120 Hz erhöhen und jedes Film- Frame gleich fünfmal hintereinander zeigen. Dadurch verschwindet zwar der Judder, aber ein ruckeliger Bildeindruck bleibt. Was besser funktioniert, ist eine Bewegungskompensation, um das Ruckeln auszuschließen. Dabei werden Frames produziert, die gar nicht im Filmmaterial vorhanden sind und die Übergangsphasen zwischen zwei Frames zeigen. Sie werden mit der echten Refresh-Rate des Displays eingespeist.

6. Bewegungskompensation zur Reduktion von Bewegungsunschärfe

In LCDs ist Flüssigkeit im Spiel – das L in LCD heißt Liquid (flüssig). Diese Flüssigkeiten regieren manchmal nicht schnell genug, wenn es schnelle Bildbewegungen gibt. Das erzeugt eine Bewegungsunschärfe, die bei schnellen Filmszenen ziemlich unangenehm sein kann.

Einige Hersteller versuchen, mit Bewegungsinterpolation zu verwenden, um zusätzliche Bilder zwischen den Frame zu errechnen und das Display auf einer höheren Refresh-Rate laufen zu lassen, damit es diese Bilder auch anzeigen kann. Dadurch soll die Antwortzeiten des Displays verbessert und Bewegungsunschärfen reduziert werden.

Dieses fabelhafte Marketingkonzept bewegt viele Anwender, Fernseher und Displays mit Refreshraten von 120, 240 und sogar 480 Hz bereitwillig zu kaufen. Leider hat die Bewegungsinterpolation nur einen geringen Effekt auf die Bekämpfung von Bewegungsunschärfen.

Nimmt man ein Display mit 60 Hz und eines mit 120 Hz mit einer Hochgeschwindigkeitskamera auf, fällt auf, dass es keine sichtbaren visuellen Unterschiede gibt. Die Verbesserung der Bildqualität ist objektiv nicht messbar – aber die Leute glauben es, weil es ihnen so wie oben erklärt wird. Im (englischsprachigen) Artikel „LCD Response Time and Motion Blur“ gibt es einige Hochgeschwindigkeitsaufnahmen, die das belegen. [Dr. Raymond Soneira, Amber Bouman / Andreas Donath]

[Via MaximumPC]

Tags :
  1. fps – “frames per image”
    mach ja auch Sinn es so abzukürzen.
    Die alternative form „frames per second“ wäre ja auch zu offensichtlich.

    1. Gleicher Absatz: Mir wäre auch neu, dass wir hier in Deutschalnd 50 Bilder pro Sekunde bekommen. Meines Wissens nach sind 24 fps der Standard. Denn fps sind zufälligerweise nicht das gleiche wie Hertz.

  2. ich sehe immer vermehrt idioten die im youtube möchtegern profissionell sein wollen aber voll den shit interlaced video machen, das ist voll nichtmehr zeitgemäß, die raffens nicht das heute alles in progressiv gemacht werden sollte. interlaced klick ich immer sofort weg das bekommt man augenprobleme und sieht kakke aus.

  3. @BIESNAKER

    du solltest dir auch mal VOR dem „Submit“ durchlesen, was du im Begriff bist von dir zu geben.

    Zum Artikel: finde ich ganz gut, aber er wirft viele Fragen auf, die nciht beantwortet werden.

    1. der meinung bin ich auch

      eine empfehlung auf welche werte man im groben achten sollte währe interessant

      und dieser „kamm“ effect plagt mich bei meiner alten video kamera sehr nur bin ichz bis jetzt noch zu keiner lösung gekommen da softwarelösungen ein unscharfes bild liefern und die kamera es nicht besser kann auf grund ihres alters

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