Fahrrad: Gefahrenstellen schon am Lenker melden

Gefahrenstellen PING (Screenshot: Eichenseher)

Fahrradfahren ist gesund und eine umweltfreundliche Art der Mobilität. Die Fahrradinfrastruktur lädt indes nicht immer zum In-die-Pedale-treten ein. Kleine Gadgets sollen nun die Kommunikation zwischen Fahrrad und Stadtverwaltung vereinfachen, um Problem- und Gefahrenstellen unverzüglich zu melden.

Regelmäßig zugeparkte Radwege, Scherben auf der Straße oder fahrradunfreundliche Beschilderungen – die Liste der kleineren oder größeren Hindernisse für Fahrradfahrende kann lang werden. Eine langfristige Verbesserung der Infrastruktur muss in der Regel von der Kommune ausgehen, doch wen man dort zu welchen Zeiten und über welchen Kanal am besten anspricht, ist in den meisten Fällen unklar. Und irgendwie könnte es ja auch weitergehen, wie bisher. Oder?

Nein, es geht auch einfacher. In Brüssel gibt man dafür zahlreichen Leuten ein kleines Gadget an die Hand. Beziehungsweise an den Lenker.  Mobiel 21, eine belgische Organisation für nachhaltige Mobilität, und das österreichische Unternehmen Bike Citizens entwickelten „PING if you care!“.  Bis November werden die sogenannten PING Buttons kostenlos an 1.000 Personen in Brüssel verteilt.

Wer auf dem Fahrrad in eine Gefahrensituation gerät oder eine andere Problemstelle bemerkt, drückt auf den Button, um den Ort via Bluetooth auf das Smartphone zu senden und dort automatisch auf einer Karte in der App zu markieren. Nach der Fahrt lassen sich die eigenen PINGs anzeigen und kommentieren.

Gefahrenstellen transparent machen

Auf diese Weise können Stellen, die für viele Fahrradfahrende gefährlich oder problematisch sind, einfach für die Verantwortlichen in der jeweiligen Kommune sichtbar gemacht werden. Wer nicht in Brüssel lebt, kann für selbige Zwecke die App RADar! nutzen. In 68 Kommunen läuft das Projekt derzeit, 141 Städte und Kommunen haben die Meldephase bereits abgeschlossen.

Während dieser Meldephase können via App oder Browser Problemstellen markiert, kategorisiert und kommentiert werden. Die Eingaben werden direkt an die jeweilige Stadtverwaltung übermittelt, die sodann Maßnahmen zur Verbesserung ergreifen kann. 2016 wurden auf diese Weise etwa 4.000 Meldungen abgegeben, 1.500 davon sind mittlerweile bearbeitet worden. Das ist zwar noch weniger als die Hälfte, allerdings erfordern manche Maßnahmen eine relativ lange Zeit. Etwa, wenn ein Kreuzungsdesign verändert, eine Fahrradampel installiert oder ein Radweg erneuert werden soll.

Tags :Via:enorm-magazinBildquelle :bikecitizens.net
  1. An die Stadtverwaltung melden? Da ist doch die Gefahrenstelle verwittert bis sich das jemand anschaut. Automatische Anzeige über online Wache in D; oder direkte Übermittlung an OA(leider chronisch unterbesetzt) wären das mindeste.

  2. Die Idee ist schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings ist diese in meinen Augen noch mit vielen Hindernissen verbunden. Denn täglich passieren sehr viele Unfälle auf den Straßen, weil sich die Autofahrer auf ihr Handy konzentrieren anstatt auf die Straße.
    Genau das gleiche Problem sehe ich mit dieser App. Da sie (nehme ich an) vor allem optisch auf dem Handyscreen zu sehen ist, lenkt es wieder die Aufmerksamkeit weg von der Straße hin zum Handy. Und im Endeffekt, werden noch mehr Unfälle verursacht, weil nun Autofahrer, Fußgänger UND Fahrradfahrer nur mehr auf das Handy gucken, anstatt auf die Straße…

  3. @Caro, ja das Thema mit dem steten Blick auf das Handy ist in unserer derzeit entstandenen Gesellschaft schon ein recht großes Problem. Das sehe ich auch so!
    Dennoch finde ich den Ansatz der Apps sehr interessant und halte sie generell auch durchaus für sinnvoll. So wie es in G…le Maps bereits den Traffic Check gibt, so könnte selber Dienst vielleicht auch Gefahrenstellen für Radfahrer darstellen. Denn oftmals kommt es ja nun auch vor, das Radwege plötzlich im nichts Enden …und dann guckst du als Fahrradfahrer im Worts Case auf einer viel befahrenen großen Kreuzung plötzlich ziemlich ratlos aus der Wäsche.

    Daher dachte ich mir ich schaue mal nach der App “RADar!” aber konnte sie nicht finden. Kann mir jemand weiterhelfen? Vielleicht ein Link oder dergleichen zur Entwickler Homepage? Würde mich sehr Interesseieren, welche Kommunen und Städte dort angeschlossen sind, es sollten ja zum Zeitpunkt als der Artikel erstellt wurde schon 209 Kommunen und Städte sein. Mit ein bisschen Glück sind meine Einzugsgebiete ja enthalten und ich kann einen Beitrag zum Ausbau des Dienstes zu leisten.
    Und wer weiß, vielleicht kommt ja auch ein ambitionierter g…le Mitarbeiter der gern Rad fährt auf den Gedanken den Dienst zu intergirieren, so bekäme er dann eine schnelle, echte Chance!

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