Sprachsteuerung soll den Supermarkt töten

(Quelle: Übergizmo / Daniil Matzkuhn)

Die Kunden bestellen über Siri, Amazon Alexa oder Google Home und gehen nicht mehr in den Supermarkt. So ungefähr sieht das Horrorszenario aus, das der deutsche Handel zeichnet. Zunehmend kommt auch künstliche Intelligenz zum Einsatz.

Im Handel wächst die Angst, dass der zunehmende Einsatz von Sprachassistenten wie Amazons Alexa oder Google Home traditionelle Geschäfte in ihrer Existenz bedroht. „Das ist der nächste große Technologiesprung“, sagt Jan Kunath, der stellvertretende Vorstandschef von Rewe, im Interview mit dem Handelsblatt. „Wir glauben, dass diese Technologie viele Teile des Handels grundlegend verändern wird“, warnt Kunath.

Studien zufolge hat schon jeder vierte Bundesbürger über Sprachassistenten eingekauft. Einige Händler experimentieren deswegen jetzt mit eigenen Anwendungen für die Sprachassistenten, die den Kunden mit Zusatznutzen locken sollen. So hat die Parfümeriekette Douglas eine Duftberatung für Alexa programmiert, Media Markt wagt sich mit einer Schnäppchen-App auf Google Home, Rewe bietet eine Rezeptdatenbank. Für Kunath sind diese neuen Entwicklungen überlebensnotwendig: „Unternehmen, auch große, die sich diesen digitalen Veränderungen nicht mit voller Kraft annehmen, werden aus dem Markt ausscheiden.“

Als besonders heikel sieht er, dass sich Unternehmen wie Amazon und Google immer stärker zwischen Handel und Kunde schieben. „Natürlich kann das eine Gefahr bedeuten, wenn sich ein Gatekeeper zwischen Händler und Kunden etabliert“, sagt er. „Es ist aber auch eine Chance, uns von anderen Unternehmen im Wettbewerb abzuheben, wenn wir es richtig nutzen.“

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  1. Der Einzelhandel tut aber auch wenig, um das Einkaufen attraktiv zu machen. Wenn ich beim Rewe die Parkscheibe vergesse, will Park&Controll 30€ von mir haben. Dann darf ich mich bis zu 15min anstelle um zu zahlen. Auch in anderen Märkten schaut es leider nicht besser aus. Die”Fachkräften” in den Elektro- und Baumärkten sind zwar meistens freundlich, aber so richtig Ahnung haben leider nur die wenigsten.
    Dass der Einzelhandel oft teurer ist als der Onlinehandel liegt sicher an den Mieten und Personalkosten aber unterstützt die Entwicklung zum Onlineeinkauf zusätzlich.
    Ich überleg mir mittlerweile ernsthaft in die Stadt zu fahren und einzukaufen, weil es immer mehr zur Enttäuschung wird.

  2. Das ist die ewige Evolution.
    Maschinenstürmer gab es schon immer.
    Z.B. früher die Weber, Drucksetzer, Hafenarbeiter, usw.
    Bald werden es Millionen von Taxifahrern, Kassiererinnen, und Einzelhändler sein, u.a.

    Die Grundregel der Evolution ist:
    Das anpassungsfähigste an aktuelles Umfeld überlebt.
    Wer mit dem Wandel nicht mithalten kann, der stirbt aus.
    Amen

  3. Den ohnmächtigen Hass der Einzelhändler ( = Maschinenstürmer) auf Amazon gibt es schon länger.
    Auch ich und einige Bekannte als Prime Amazon Kunden, haben diesen Hass schon zu spüren bekommen.
    Früher haben benachbarte Einzelhändler alle Paketsendungen angenommen,
    z.B. wenn man Abwesend war oder nicht früh durch Zusteller geweckt werden wollte.
    Dafür gab es 50 Cent oder 1€ oder man kaufte etwas bei den.
    Aber seit gut einem Jahr verweigern diese hassende Maschinenstürmer kollektiv Sendungen von Amazon anzunehmen, weil es aus deren Sicht eine böse Firma sein soll… (Andere Sendungen nehmen die an…)
    Man muss lästig zu Packstation laufen (weil keine Parkmöglichkeiten) oder sich eigene Paketbox aufstellen.
    Und das sind erst die Anfänge des Hasses…
    Interessanterweise, viele dieser Einzelhändler verkaufen / (verkaufen müssen) selbst auch via Ebay oder Internetshop.
    Trotzdem werden fast alle eingehen, wie die Weber oder Drucksetzer.

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