Gastbeitrag: “10 Jahre Smartphone und nichts Neues?”

Vergleich LG G7

Seit 20 Jahren besitze ich ein Handy beziehungsweise Smartphone, habe 1998 mit einem Nokia 5110 begonnen, verschiedene andere Handys benutzt und dann 2011/12 umgestellt auf ein Smartphone, das Galaxy S2. Jetzt will ich was Neues.


Dies ist ein Gastbeitrag von Burkhard Beierlein: Burkhard Beierlein war nach Mathematik- und Sportstudium 35 Jahre als Lehrer und Schulleiter tätig. Die EDV-Erfahrungen aus dem Studium wurden erweitert durch Mitarbeit an Arbeitsgruppen und Leitung von Seminaren zur Computer-Bildung an Schulen im Rahmen der Lehrerbildung. Ein weiterer Tätigkeitsbereich war die Beratung von Schulen im Bereich des Einsatzes von Soft- und Hardware. Nach der Pensionierung findet er Zeit sich in unregelmäßigen Abständen mit Alltagsproblemen der EDV und neuerer Technologien schriftlich auseinanderzusetzen.


Die Informationen technischer Art sind überall nachzulesen und mein Bericht handelt nicht vom Vergleich auf dieser Ebene, sondern ist ein subjektiver Bericht eines Samsung s2 Besitzers, der nach 7 Jahren ein neues Handy möchte.

Huwei, LG oder Motorola?

Mein Hauptaugenmerk richtet sich also darauf was sich seit der Anschaffung des S2 verändert hat. Zum Vergleich stehen zur Verfügung das LG G7 ThinQ (ca. 450 €), das Huawei Y6 (ca. 140 €) und das Y7 (ca. 180 €) sowie das Motorola  G6 (ca. 200 €) und außer Konkurrenz das iPhone 8, das ich nur für meine privaten Vergleichszwecke hierfür genutzt habe.

Huawei, Samsung, Motorola, Apple und LG im Vergleich

Huawei, Samsung, Motorola, Apple und LG im Vergleich. (Bild: Burkhard Beierlein)

Viele aus meiner Generation (60 plus und manchmal auch darunter) haben das Handy nur zum Telefonieren benutzt und tun das auch heute noch. Tablets und PCs werden für die Internetrecherche benutzt und nur, wenn die nicht zur Verfügung stehen wird das Smartphone verwendet. Häufigste Aussagen: „Ich nutze das alles ja gar nicht aus.“ oder „Mein Smartphone kann viel mehr, aber ich brauche das nicht.“ „Ich will ja eigentlich nur telefonieren.“

Exkurs in “meine” Zeit: Das Handy war toll (irgendwie)

In gesetzterem Alter wird das Smartphone eher versteckt und wenn dann jemand ein altes oder auch neues nicht Smartphone (Handy) aus der Tasche zieht fühlt man sich 15 bis 20 Jahre zurückversetzt. Begründung u.A.: „Das ist so schön klein.“

Da die ersten Smartphones für den Massengebrauch nicht viel mehr als 10 Jahre alt sind, finde ich es interessant zu betrachten, was sich den substanziell verändert hat seit Lg Prada und iPhone 2g.

Fangen wir mit der Verpackung an, … also nichts?

Vorbei sind die Zeiten, als auf Verpackungen noch Geschichten erzählt wurden. Ich denke da an mein Nokia 3510i  oder das  Nokia 6210. Da wurde noch deutlich mehr Geld für Marketing ausgegeben. Die Verpackungen haben Geschichten erzählt.

Was allerdings die Verpackungen mit den Handys von damals in Verbindung bringt, ist bis heute unklar. Mir zumindest.

Stattdessen gibt es nur noch minimalistische Kartons, Einheitsbedruckung beherrschen den Markt.

Apple zeigt jedenfalls noch wie das Produkt innen aussieht, aber das konnte u.a. auch schon Motorola mit dem Razr V3 und Apple, auch wenn ich die gerade gelobt habe, konnten das auch schon mal besser.

Zu dem Thema ein interessanter Link von gutenbergblog.de

Zurück in die Gegenwart

Schnell auspacken, die Uniformität setzt sich fort. Nicht ganz, Motorola traut sich noch ein wenig Farbe und einen Bildschirmaufkleber. Grün ist die Hoffnung. Zudem wird beim Moto g6 eine Schutzhülle mitgeliefert. Das Angebot für Schutzhüllen ist beim LG G7 bereits sehr umfangreich, auf die anderen hat sich der Markt noch nicht vollständig eingestellt, besonders im hochwertigen Bereich.

Nach dem Einschalten das gleiche Bild, der Android Startbildschirm ist, zum Glück für die Masse der Einheits-User, immer gleich. Na ja, nicht ganz, so unterscheiden sich die Icons für Fotogalerie, Kamera usw. denn doch voneinander.

Der grundlegende Aufbau hat sich aber nicht verändert.

Smartphone vergleich

Das Samsung Galaxy S2, Moto g6 und Huawei Y7 im Vergleich (Bild: Burkhard Beierlein)

Es folgt die Ersteinrichtung:

  • Aufladen (Kann man die alten Ladekabel noch benutzen? Huawei ja (Micro B USB) – Motorola und LG nein (USB3.1 TypC)). Den Akku konnte man beim S2 noch entfernen, kann man heute nicht mehr. Immerhin hat der 7 Jahre gehalten, war aber jetzt gegen Ende nur noch begrenzt einsetzbar bei Speicherintensiven Anwendungen, wenn man nur telefoniert hat, hielt er allerdings immer noch zwei Tage. Wenn das Gerät abgestürzt war konnte man den Akku einfach herausnehmen … Netter Hinweis: Bei einem der Neugeräte wird man gebeten, den Akku beim Systemabsturz bitte nicht herauszunehmen.
  • Telefonkarte einlegen (Jedenfalls beim „Öffnerdesign“ hat man sich ausgetobt. LG hat als einziges kein Dual-Sim – Wer es braucht?) Schön zu sehen: beim S2 lagen Sim und SD noch offen im Gehäuse.
  • Sicherungen (Fingerabdruck, Gesichtserkennung, Passwort) eingeben, bei allen vier Handys etwa der gleiche Aufwand.
  • Playstore und Mailaccount einrichten sowie Updates durchführen.

…ein halber Tag ist vergangen und alle Smartphones sind einsatzbereit.

Aber Halt: Noch nicht ganz. Reicht der Speicher? Nein, die SD Karte muss / sollte eingelegt werden. Die alte Speicherkarte hatte (bei mir) 1GB, also muss eine neue her, z.B. microSD V30, nur das LG kann große Speicherkapazitäten verwalten.

Ach ja und dann kommt noch der Umzug der alten Daten. Häufig klappt das nicht, die Kontakte sind weg beispielsweise. Lohnt es sich die Helfer (Support / Apps) zu fragen oder besser alles einmal neu eingeben? Eine gute Chance einmal aufzuräumen. Spannend auch für mich: Hat mein WhatsApp noch alle Kontakte?

Teilweise lassen mich die Hersteller alleine

Von all diesen, manchen älteren Nutzer völlig überfordernden Aufgaben, spricht keiner. Meist erledigen das Kinder, Enkelkinder, der Nachbar oder ein Händler.

Warum brauche ich eigentlich ein neues Smartphone?

So, was mache ich nun mit dem neuen Smartphone? Also erst einmal nichts. Ein paar neue Handgriffe müsste man schon lernen, aber für die Internetrecherche benutze ich weiterhin mein iPad oder den PC, es geht doch nichts über eine schöne Tastatur, eine feste LAN-Anbindung und einen großen Monitor. Leider trauen sich die Wenigsten meines Alters in allen drei Welten (Smartphone, Tablet, Computer).

Akku tauschen bei Samsung

Nicht alles ist besser geworden. Akku tauschen gehört heute nicht mehr zum Standard. (Bild: Burkhard Beierlein)

Auf WhatsApp schreibt keiner, meine Frau ist nicht unterwegs, die Kinder arbeiten. Erst wenn ich das Haus verlasse habe ich einen Grund das Smartphone zu benutzen. Beim Einkauf schnell noch mal fragen „Soll ich noch etwas mitbringen?“ o.Ä.

Welche sinnvollen Anwendungen zuhause gibt es täglich für mich? Keine – aber im Urlaub, bzw. allgemein außer Haus jede Menge: Straße / Gebäude / Restaurants finden, Fotos beim Spaziergang, ein Spiel beim Warten auf jemanden oder etwas recherchieren. Das konnte mein S2 zwar auch alles, aber die neuen Handys können das besser, schneller und schöner.

Fotos, das können die Neuen besser

Die Kamera war zwar beim S2 schon sehr gut mit 8 MP, aber die neuen Kameras sind besser. Das LG kann das von den vier Smartphones am besten, was bei dem Preisunterschied auch selbstverständlich sein sollte. Natürlich hebt sich das LG auch bezüglich der Verarbeitung und der Möglichkeiten von den anderen drei Handys ab, aber wer nur einfache Aufgaben erledigen will, ist mit den günstigeren Geräten auch gut bedient. Leider scheint die Kamera des LG nicht mit den Spitzen-Smartphones von Huawei, Samsung und Apple mithalten zu können (sagt zumindest die restliche Presse), das Gerät ist sonst aber durchaus in einer vergleichbaren Klasse.

Abschließend gibt es einen Fotovergleich ohne Testlabor, einfach mit dem, was der Standardbenutzer so oft macht: „Kamera an – Foto mit den Standardeinstellungen schießen – Bild zeigen / ausdrucken“ – ja, ich drucke noch:

Kameravergergleich Smartphone

Alle getesteten Smartphone-Kameras im Vergleich. (Bild: Burkhard Beierlein)

Mein persönliches Fazit: 10 (hier 7) Jahre Entwicklung haben den Smartphones zwar Verbesserungen gebracht, aber grundlegende Veränderungen für den Alltag hat es kaum gegeben. 

 

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