Kommentar: Pokemon Go Fest Dortmund macht alles richtig

Einen Tag mit Gleichgesinnten auf einem Fleck? Diesen Wunsch hat mir das Pokemon Go Fest 2019 in Dortmund erfüllt. Meine Erfahrung teile ich hier mit euch.

Es war wirklich eine spontane Idee – und die Agentur Ranieri, die Niantic in der Pressearbeit in Deutschland betreut, hat mir das ermöglicht.

Für einen Tag ging es nach Dortmund – war ich noch nie. Also ganz in der Früh raus (6 Uhr), Akkupack, zwei Smartphones und genug Wasser gepackt.

In Dortmund angekommen (12:30 Uhr) ging es direkt aufs Fest.

So muss ein Einlass sein

Kein Gedränge, direkter Einlass – so muss das sein. (Bild: Lenz Noelkel / Ubergizmo)

Ich musste keine Sekunde warten. Mein digitales Ticket aus Pokemon Go zeigte ich einmalig vor, dann wurde mein Rucksack kontrolliert, dann war ich schon mitten im Geschehen. Der Dortmunder Westfahlenpark.

Und dieser Park ist riesig. Ideal für ein Fest dieser Dimension. Am Einlass war ich jedoch anfangs aufgeschmissen – also als Journalist. Es gab alles: Karten, Wegbeschreibungen, Information, hilfsbereite Spieler. Keiner konnte mir aber genau verraten wo der Pressebereich war. Egal, dann mache ich das Fest eben als „echter“ Spieler (immerhin habe ich Pokemon Go schon seit der Beta 2016).

Volle Aktion für alle Teilnehmer

Hier wird gehandelt – für jedes Feature von Pokemon Go gab es einen eigenen Bereich auf dem Fest. (Bild: Lenz Noelkel / Ubergizmo)

Alles spielt Hand in Hand. Die App erkennt, dass man als registrierter User vor Ort ist. Sofort gibt es Notifications und spezielle Quests zu erfüllen (sog. Feldforschungen).

Die Quests sind dabei so aufgebaut, dass man nie den Anschluss verliert. Das einfache Motto „dort wo besonders viele Menschen sind, ist man richtig“ hat mich den ganzen Tag durch diesen riesigen Park begleitet.

Monster, die man sonst nicht bekommt

Eine ganze Gemeinde an Pokemon feiert den neuesten Fang. (Bild: Lenz Noelkel / Ubergizmo)

Ich muss gestehen, ich spiele wie gesagt schon seit einigen Jahren. Aber ein richtiger Hardcore-Gamer bin ich nicht. Umso mehr erfreute ich mich in Dortmund über Pokemon, die ich noch nicht hatte, noch nie zu Gesicht bekam oder in früheren Quests verpasst hatte. Und wem das nicht reicht: Bei tausenden gleichgesinnten Gamern vor Ort konnte ich mir die Pokemon eintauschen, die ich wollte.

So bekam ich über die Spezialfeldforschung ein Jirachi. Über das simple Fangen Icognitos in Hülle und Fülle und über einzelne Quests Sonderbonbons sowie etwa Pikachus & Evolis mit Blumen im Haar (sehr kitschig, aber süß) oder ein Bronzong, Milotic oder Magnezone. Als „Special“ für die Region gab es zudem Venuflibis – normalerweise nur im Südosten der USA auffindbar.

Gemeinschaftsgefühl durch & durch

Tausende Teilnehmer, ein Ziel. (Bild: Lenz Noelkel / Ubergizmo)

Ich hatte mich ja neulich etwas über die Comic Con Germany aufgeregt – das war beim Pokemon Go Fest definitiv anders.

Hier wurde aktiv der Dialog zwischen den Teilnehmern gefördert. Es gab Quests, die waren nur gemeinsam lösbar. Es gab Sitzplätze, die so ausgerichtet waren, dass man miteinander sprechen musste. Alles in allem – hier wurde eine digitale Community in die reale Welt erfolgreich übertragen.

Ich habe Teams aus ganz Deutschland gesehen (und aus der ganzen Welt), die gemeinschaftlich (im gleichen T-Shirt / Team unterwegs waren), ich habe Junggesellenabschiede, schwangere Frauen, Rentner & körperlich benachteiligte Menschen gesehen. Alle haben zusammengehalten und sich gegenseitig geholfen. Toll.

Ein Hinweis meinerseits in diesem Zusammenhang, der mir sehr wichtig ist: Außerhalb des Fests musste ich sowohl bei der An- als auch Rückfahrt Rassissmus in der Bahn erleben („Hier sitzen nur Deutsche“ war der Höhepunkt des Trauerspiels). Zu meiner Verteidigung, ich bin normalerweise nicht wirklich im Westen Deutschlands – ich komme aus München, da habe ich so etwas noch nicht erlebt (gibt es bestimmt, aber nicht zweimal an einem Tag). Dennoch, war ich hier über die Art & Weise des Umgangs mehr als schockiert. Das war auf dem Fest anders. Hier war Harmonie unter Gleichgesinnten.

Merchandise – richtig gemacht

Ein ganzer Park im Poke-Fieber. (Bild: Lenz Noelkel / Ubergizmo)

Merchandise und kostenpflichtige Aktionen sind für mich als alleiniges Modell der Fan-Bespaßung ein No-Go.

Beim Pokemon Go Fest war das aus meiner Sicht diametral anders. Hier gab es (natürlich) alles zu kaufen. Fans, die sich aber in Challenges oder gemeinschaftlichen Event engagiert haben, bekamen als Belohnung T-Shirts, Poster, Schlüsselanhänger und Sticker kostenlos. Kinder unter zwölf Jahre erhielten zudem ein T-Shirt kostenfrei und ohne anstehen oder drängeln durch Nerds wie mich.

So soll ein Event dieser Art meiner Meinung nach sein. Zudem gab es kostenfreies Wasser, Ruheorte und mehrere Infostände. Für 25 Euro (reg. Ticket) ein tolles Angebot.

Mein Schlusswort

„Der Fänger über dem Poke-Meer“. (Bild: Lenz Noelkel / Ubergizmo)

Ich werde kommendes Jahr definitiv das nächste Pokemon Go Fest antreten. Auf eigene Kosten und im vollen Umfang. Es war ein tolles, friedliches und spannendes Event, welches alle Vorzüge einer Zusammenkunft in der realen Welt ermöglicht hat.

Hier hat Niantic wirklich etwas Großes geleistet und gezeigt, das Events (egal welcher Größe) umsetzbar sind und die Erwartung aller Teilnehmer zufriedenstellt.

Ihr seht das anders oder wollt eure Meinung mitteilen? Dann schreibt mir in die Kommentare. Jede persönliche Meinung ist mir wichtig.

 

Hinweis: Die Kosten für das Event hat die Agentur Ranieri getragen. Meine Meinung zum Event ist dadurch nicht beeinflusst. Ich schreibe, was ich erlebt habe.

PS: Ich hatte heute richtig Spaß mit dem Spieler „YustAToaster“ wer irgendwie einen Connect hat, darf mir gerne auf l.noelkel@evernine.de schreiben. Danke euch :)

 

Tags :Bildquelle :Ubergizmo
  1. Das kann ich leider überhaupt nicht bestätigen.
    Wir waren am Samstag im Park. Anreise mit dem Auto war so lala. Early Access, aber die letzte Ausfahrt bis zum Parkplatz hat locker 30 min gedauert. Am Parkplatz hat eine Person kasssiert und eine eingewiesen. Was natürlich sher lange zu Hauptzeit zwischen 8 Uhr und 10 Uhr dauerte.

    Am Einlass ging es sehr zügig, jedoch funktionierte das mit den leeren Wasserflaschen nicht. Meine leere 0,75 Literflasche wurde mir abgenommen, dabei steht auf der Website, dass diese erlaubt sind. Andere durften hingegen 1,5 Literflaschen mitnehmen.
    Das Personal war also entweder unterschiedlich instruiert oder durfte die Regeln sehr frei auslegen.

    Im Park gibt es zwar Hydrostationen, aber im Gegensatz zu anderen Dingen, waren diese meist versteckt hinter anderen Dingen, schlecht ausgeschildert und nur vier im ganzen Park.

    Toiletten waren reichlich vorhanden und kaum Schlangen, dafür war das mit den Habitaten weniger gut gelöst. Die Menschen drängten sich am Rand und im Süden des Parks, weil dort Schatten war. Ein Gedränge und Geschiebe und es verlief sich erst gegen Ende des Events als es kühler wurde.

    Rund um die Lounges gab es keinerlei Essensmöglichkeiten. Aber genau dort hätten sie Sinn gemacht. Stattdessen gab es zwei kleine Foodtruck-Strecken in der prallen Sonne, so dass es dort noch mind. 10 Grad heißer war und an ein Anstellen gar nicht zu denken.

    Auch die Standorte der Photopoints (diese komischen aufgebauten Skulpturen) passten nicht zur Map bzw. den Habitaten. Bis auf Steal war keines gut zu sehen. Rocket stand sogar außerhalb des eigenen Habitat.

    Sämtliche Spieler hatten immer wieder Internet-Probleme. Flächendeckendes Netz oder eben ein spezielles Netz hätte viele Frustrationen vermeiden können.

    Für so ein Event erwarte ich mehr Shinys als an einem normalen CDay in 3 Stunden. Ebenfalls sollte auf Grund der Masse der Pokemon und der Menschen das Fangen erleichtert werden bzw. umgestellt werden auf Fangen oder Flüchten. Das Fangen hat auf Grund der Menschen, des Ausbrechens und Angreifens so wenig Spaß gemacht, dass ich stattdessen durch den Park bin und nur angeklickt habe und ständig auf der Jagd nach Schatten statt Pokemons war und so ging es (wenn ich nach den Sitzorgien unter den Bäumen gehe) sehr vielen Menschen.

    1. Hi,

      dem kann ich nur zustimmen, was Vampi schreibt. Ich war auch am Samstag im Park. Bei mir war die Verbindung eine Katastrophe. Ich kam von den 8 Stunden maximal 2,5 Stunden ins Spiel. Den Rest der Zeit starrte ich auf den Anmeldebilschirm oder musste wegen einer eingefrorenen App immer wieder neu starten. Ich konnte an diesem Tag sage und schreibe ganze 28 Pokemon fangen. Dem gegenüber standen meine Kosten von 32 Euro Ticket 208 Euro Hotel und ca. 100 Euro Reisekosten. Macht also einen Schnitt von rund 12 Euro pro Pokemon…teurer Spaß. Ich hatte hier eigentlich gehofft, dass Niantic aus dem letzten Jahr gelernt hat (ich war 2018 auch in Dortmund). Aber dem war wohl nicht so. Und dafür zahlte man „Eintritt“. Wie mir, ging es vielen Trainern, denn man hörte sie an jeder Ecke, über die Verbindung, fluchen.

      Ich hatte dann Niantic diesbezüglich auch angeschrieben, wurde aber mit den üblichen, leeren Phrasen, wie „es tut uns Leid“, „Wir nehmen dein Anliegen mit, für das nächste GO-Fest“ usw. abgefertigt. Ich hatte dann nochmals nachgehakt, ob das alles sei. Denn immerhin hatte man Geld bezahlt, aber auf Grund von Verbindungsproblemen nicht das erhalten, was Niantic versprach.

      Und hier kommt die Antwort (ein schlag ins Gesicht, wie ich meine)

      „Hallo,

      Ich bin selber Trainer und versichere dir, deine Frustration ist nachvollziehbar. Ich verstehe, der Fortschritt deines Trainer Kontos ist wichtig, das Pokémon GO Fest ist jedoch so viel mehr. Eine Gelegenheit, sich mit gleichgesinnten zu treffen und Erfahrungen auszutauschen, ist unbezahlbar. Wir hoffen du konntest viele neue Freundschaften schließen und die Erinnerungen waren es wert diese Reise auf sich zu nehmen.

      Leider können wir keine Kompensation anbieten. Vielen Dank für dein Verständnis.

      Du kannst dich gerne wieder melden, solltest du in Zukunft einem Problem begegnen. Wir freuen uns darauf, wieder von dir zu hören.

      Mit freundlichen Grüßen,“

      Da sag ich nur „Daumen hoch“ Niantic…

      1. Hi BashBiontc,

        wow, das klingt wirklich nicht gut. Ich hoffe Niantic zieht da bei den betroffenen Spielern noch nach.

        Bei mir ging es komplett reibungslos, weshalb ich ausnahmsweise mal keine gute Antwort dazu habe.

        Dennoch: Ein T-Shirt oder Ähnliches hätte zumindest als Aufmerksamkeit meiner Meinung nach drin sein können. Das zaubert dein Geld und deine Enttäuschung zwar auch nicht mehr her / weg, aber wäre zumindest eine nette Geste.

        Viele Grüße

        Lenz

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising